Demokratie lernen

Anrisstext
Die Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ zeigt Wege und Gestaltungsmöglichkeiten für eine demokratische Schulkultur.
Absätze

Mehr Mitwirkung, mehr Engagement und mehr demokratische Handlungskompetenz: Mit der Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ wollen wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein pragmatisches Verständnis der Demokratiebildung näherbringen. Die Werkstatt richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen. Auf Augenhöhe können sie sich gemeinsam darüber austauschen, wie ihre Schule Erfahrungen demokratischer Selbstwirksamkeit ermöglichen kann.

Zielsetzung

Ziel der Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wege und Gestaltungsmöglichkeiten für eine demokratische Schule entwickeln, erproben, reflektieren und langfristig erfolgreich umsetzen.

Wir reduzieren die Werkstatt dabei nicht auf die Vermittlung von Kenntnissen über Strukturen, Institutionen und Verfahren der Demokratie als Herrschaftsform. Es geht vielmehr darum, durch konkrete demokratische Erfahrungen in und außerhalb der Schule menschenrechtsorientierte Wertebildung zu ermöglichen, die Bereitschaft und den Willen zum Engagement und zur Mitwirkung bei den Lernenden zu stärken und auf diese Weise demokratische Handlungskompetenz zu fördern.

Dazu setzen sich die Schulteams mit Methoden, Formen und Perspektiven einer demokratiepädagogischen Schul- und Unterrichtsentwicklung auseinander. Sie lernen partizipationsorientierte Handlungsformen und Entwicklungsinstrumente kennen und überprüfen, ob und wie diese in die eigenen schulischen Kontexte etabliert werden können.

 

Zielgruppe

Die Werkstatt richtet sich an allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe I und II, die an einer partizipativen und demokratischen Schulentwicklungsstrategie interessiert sind. Doch auch für Grundschulen mit demokratiepädagogischem Profil ist die Werkstatt geeignet.

An der Werkstatt nehmen zehn bis zwölf Schulen mit je einem Schulteam teil. Die Teams bestehen aus je zwei Lernenden, zwei Lehrkräften und einem Mitglied der Schulleitung. Die Teilnahme der Schulleitung ist verpflichtend, um die Implementierung der gemeinsam konzipierten Maßnahmen zu gewährleisten.

Aufbau

Die Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und besteht aus fünf jeweils zweitägigen Bausteinen. Dazu kommen eine je eintägige Auftakt- und Abschlussveranstaltung. Alle Mitglieder eines Schulteams müssen an allen Bausteinen verbindlich teilnehmen, um Kontinuität in der Arbeit sicherzustellen.

Fundament der Bausteine ist die Arbeit an individuellen Schulentwicklungsvorhaben. Die Schulen analysieren ihre jeweilige Ausgangslage, erarbeiten Entwicklungsziele und einen demokratiepädagogisch orientierten Entwicklungsplan. Zwischen den einzelnen Bausteinen können die Teams in der Werkstatt entwickelte Vorhaben an ihren Schulen erproben, reflektieren und so nachhaltig verankern. Die Trainerinnen und Trainer der Werkstatt beraten und unterstützen die Teilnehmenden bei jedem Schritt. Dazu zählen auch Raum und Zeit für Fragen, Gespräche und Diskussionen.

Für diese Werkstatt arbeiten wir auf fachlicher Ebene mit dem Förderverein Demokratisch Handeln e.V. zusammen. Diese Kooperation ermöglicht die Teilnahme an einzelnen Angeboten des Wettbewerbs „Demokratisch Handeln“ – abhängig von der Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze. Alle Schulen, die an der Werkstatt teilnehmen, sind eingeladen, den bundesweiten Wettbewerb zur Entwicklung und Evaluation eigener Teilprojekte zu nutzen.

Inhalt

Baustein 1: Wie demokratisch ist unsere Schule? Partizipationsanalyse und Grundlagen demokratischer Schul- und Unterrichtsentwicklung

Ziel des Bausteins ist es, dass die Schulen ihre individuellen Ausgangslagen reflektieren, Schul- und Unterrichtsentwicklungsziele praxisnah und in realisierbarer Perspektive benennen sowie auf der Basis einer Partizipationsanalyse einen demokratiepädagogisch orientierten Entwicklungsplan erarbeiten.

Baustein 2: Demokratie und Unterricht: Wie kann Unterricht – in allen Fächern – demokratisch gestaltet werden?

Hier stehen demokratieförderliche Unterrichtsarrangements im Fokus. Ziel ist, zu erfahren und zu erarbeiten, wie der „alltägliche Unterricht“ in allen Fächern und Lernformen demokratisch gestaltet werden kann. Welche Möglichkeiten gibt es, Kinder und Jugendliche beispielsweise an der Ausgestaltung von Curricula zu beteiligen? Wie kann die Expertise von Schülerinnen und Schülern dazu beitragen, die Unterrichtkultur zu verbessern?

Baustein 3: Wie kann die hierarchische Institution Schule demokratisch gestaltet werden (I)?
Demokratie und Partizipation, Feedback und Leistungsbeurteilung

In diesem Baustein werden Möglichkeiten einer auf Verständigung zielenden Feedbackkultur zwischen Lehrenden und Lernenden, Formen einer demokratisch gehaltvollen Leistungsbeurteilung und der Schülerinnen- und Schülerpartizipation in der Schule und im Schulleben thematisiert.

Baustein 4: Wie kann die hierarchische Institution Schule demokratisch gestaltet werden (II)?
Demokratische Schulkultur und „democratic leadership“

Dieser Baustein nimmt die demokratische Schulentwicklung insgesamt in den Blick. Ziel ist es, demokratische Formen der Schulleitung aufzunehmen und zu diskutieren. Alternative demokratiebezogene Kommunikations- und Entscheidungsstrategien in Schule werden thematisiert. Elementare Möglichkeiten demokratischer Schulentwicklung werden vorgestellt, Partner und Kooperationsanlässe exemplarisch aufgegriffen und diskutiert, ihre Auswirkungen auf die demokratische Schulkultur verdeutlicht.

Baustein 5: Schule in der Demokratie gestalten – Netzwerke und Kooperation: Wie kann Schule Demokratie als Gesellschafts- und Herrschaftsform mitgestalten?

Der Schwerpunkt liegt in der Positionierung der demokratischen Schule in einer demokratischen Bildungslandschaft: Die Schulen lernen Möglichkeiten der Öffnung zur Demokratie als Gesellschafts- und Herrschaftsform kennen. Entwickelt werden Vorstellungen, Möglichkeiten und Vorhaben, wie gemeinwohlorientiertes Engagement im Schulalltag umgesetzt werden kann. Es werden bundesweit etablierte Projekte bzw. Initiativen als zivilgesellschaftliche Kooperationspartner vorgestellt und Möglichkeiten zur Bildung von Solidargemeinschaften eröffnet.

Team

Die Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ wurde entwickelt unter Projektleitung von Dr. Wolfgang Beutel. Die Werkstatt wurde von 2018 bis 2019 in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg pilotiert. Der Förderverein Demokratisch Handeln e.V. unterstützte die Entwicklung und Pilotierung der Werkstatt.

Erfahrene Trainerinnen und Trainer leiten die Fortbildung und sind für die Durchführung verantwortlich.

 

Trainerinnen und Trainer

Christoph Berens
Leitung des Aufgabengebietes Demokratiepädagogik, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg

Christian Welniak
Geschäftsführender Vorstand, Projektleiter "Zukunft mit Demokratie", Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.

Kooperationspartner

Die Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ setzen wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern um. Die hier beschriebenen Ziele und Strukturen bilden die Basis der Werkstatt, die an die jeweiligen Bedarfe unserer Kooperationspartnerinnen und -partner angepasst werden kann. Wenn Sie Interesse haben, die Werkstatt mit uns zu realisieren, kontaktieren Sie gerne das Team Kooperationsmanagement.

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

 

Förderverein Demokratisch Handeln e.V.

Demokratisch Handeln

SchülerInnen – Schule – Mitbestimmung!

SchülerInnen – Schule – Mitbestimmung! Ein Projekt von SchülerInnen – für SchülerInnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Evaluation

Die Werkstatt „Demokratie lernen – Partizipation gemeinsam gestalten“ wird derzeit evaluiert von Dr. Frederik Ahlgrimm von democaris e. V. Die längsschnittlich angelegte Untersuchung mit mehreren Messzeitpunkten kombiniert quantitative und qualitative Erhebungsmethoden und läuft von August 2018 bis Juli 2020.