Bildungsgerechtigkeit fördern - Themenwoche Deutscher Schulpreis 20|21 Spezial

13. April 2021 I 16:30-18:00 Uhr
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Anrisstext
Die beiden Schulen, die für das Thema Bildungsgerechtigkeit nominiert sind, haben in der Corona-Krise innovative Wege gefunden, um sicherzustellen, dass – unabhängig von seiner sozialen Herkunft – kein Kind zurückbleibt. Sie stellen uns ihre Konzepte vor, mit denen sie es schafften, dass alle Schülerinnen und Schüler während der Pandemie am Unterricht teilhaben konnten.
Absätze

„Eine Schule für alle Kinder – Wir lernen mehr in Wertschätzung“ ist das Leitbild der Grundschule am Dichterviertel in Mülheim an der Ruhr. Sie stand mit der Schulschließung vor der Herausforderung, dieses Leitbild in ein Lernen in Distanz zu transportieren und neue Möglichkeiten der Partizipation für alle zu schaffen. Ihr Ansatz: Lernen muss real erfahr- und erlebbar bleiben, gute und lernförderliche Beziehungen müssen gesichert werden. Hierfür wurden der Präsenz- und der Distanzunterricht fusioniert. Ein digitaler Sendeplan mit Morgenkreis als Begrüßungsritual, einer 15-minütigen Englisch-Time, Erklärvideos und Lernangeboten in allen Fächern leitete die knapp 200 Schülerinnen und Schüler durch ihren Tag. Die Schule funktioniert als Lern-, Erfahrungs- und Beziehungsraum auch außerhalb des direkten Kontaktes und kann deshalb anderen Schulen wichtige Impulse für die Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung geben.

Die Siebengebirgsschule in Bonn ist eine Förderschule von der 1. bis 10. Klasse mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der „Digitalisierung des Lernumfeldes“ und der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Schon vor der Corona-Pandemie wurde in Pilotklassen der Jahrgänge 8 bis 10 der individualisierte Lernprozess mithilfe einer digitalen Lernplattform gestärkt. Dieses Digitalkonzept hat sie im ersten Lockdown erfolgreich auf die gesamte Schule übertragen. Andere Bildungseinrichtungen können vom Vorgehen der Siebengebirgsschule lernen, wie es gelingt, aus einem Pilotprojekt einen stark differenzierten und auf verschiedene Lernniveaus ausgerichteten professionellen Lernraum zu schaffen, der die gesamte Schülerschaft unter Beachtung aller Förderbedarfe zum selbstständigen Lernen motiviert.

Prof. Dr. Thomas Häcker wird in seinem Input auf die wissenschaftlichen Grundlagen der Konzepte eingehen.

Referentinnen und Referenten:

  • Nicola Küppers, Schulleiterin und Jana Groß, Konrektorin der Grundschule am Dichterviertel in Mülheim an der Ruhr
  • Achim Bäumer, Schulleiter der Siebengebirgsschule Förderschule der Stadt Bonn
  • Prof. Dr. Thomas Häcker, Professor für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Schulpädagogik und empirischen Bildungsforschung an der Universität Rostock