Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung

Anrisstext
Zeitgemäße Leistungsbeurteilung muss den aktuellen Ansprüchen an Unterricht und Schule gerecht werden. Die Werkstatt zeigt Schulen den Weg dorthin.
Absätze

Um die Leistungen von Schülerinnen und Schüler beurteilen zu können, braucht es weit mehr als Noten. Zeitgemäße Leistungsbeurteilung findet im Dialog mit den Lernenden statt: Lehrkräfte beteiligen ihre Schülerinnen und Schüler an der Reflexion der Lernprozesse, der Dokumentation und der Einschätzung. Das für die Kinder und Jugendlichen nachvollziehbare und transparente Feedback fördert das Lernen. Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: Fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“ zeigt Schulen den Weg dorthin.

Die Quadratur der Lern- und Feed­back­kultur: Um den Lern­prozess der Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unter­stützen, etablierte die IGS List in Hannover eine lernförderliche Feed­back­kultur.

Zielsetzung

Für aktive und entwicklungsfreudige Kolleginnen und Kollegen, die Verantwortung dafür übernehmen wollen, dass die professionelle Verständigung über Lernen und Leistung vor allem den Schülerinnen und Schülern zugutekommt, möchte die Werkstatt ein Begegnungsforum sein. 

Die Schule soll ein Ort sein, an dem Bildungserfolg möglich wird, der die Selbstverantwortung der Lernenden stärkt und Partizipation in einem Bereich, der traditionell in der Hand der Lehrkraft liegt, nicht nur zulässt, sondern ausdrücklich wünscht. Dementsprechend entwickeln die Teilnehmenden auf ihre Schulen passgenau abgestimmte Instrumente und Verfahren der Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung. Die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern steht dabei im Mittelpunkt. Die Trainerinnen und Trainer der Werkstatt begleiten die Schulen bei der Implementation der Konzepte und deren kollegialer Erprobung. 

Zielgruppe

Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: Fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“ richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aller Schulformen. Pro Werkstatt können etwa zwölf Schulen mit je drei oder mehr Lehrkräften teilnehmen. Die Teilnahme von mindestens einem Mitglied aus dem Schulleitungsteam jeder Schule ist verbindlich. Die Schulleitung selbst nimmt mindestens am ersten und am letzten Baustein teil. Die Schulteams sollten bereit sein, die Erträge der Werkstatt in der eigenen Schule umzusetzen. 

Aufbau

Fünf aufeinander aufbauende Bausteine, die in einem Zeitraum von eineinhalb Jahren stattfinden, strukturieren die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: Fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“. Die Teilnahme an den zweitägigen Bausteinen ist verbindlich. 

Das modulartige Programmportfolio setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen – zum Beispiel aus Kreativwerkstatt, Tauschbörse, kollegialer Beratung, theoretischem Input und Konzeptaufbau. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten dabei sowohl im eigenen Schulteam als auch schulübergreifend. Sie entwickeln Ideen, die sie an ihren Schulen erproben, dokumentieren und reflektieren. Schulleitungen erwerben im Rahmen der Werkstatt Organisations- und Steuerungswissen. 

Die Trainerinnen und Trainer sowie externe Expertinnen und Experten stehen in allen Phasen der Werkstatt unterstützend und beratend zur Seite. Darüber hinaus unterstützen die Regionalbüros des Deutschen Schulpreises und der Deutschen Schulakademie die teilnehmenden Schulen bei länder- und bundesweiter Netzwerkarbeit. 

Inhalt

Die Werkstatt gliedert sich in fünf Bausteine. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen darin Schritt für Schritt, wie sie eigene Instrumente für die Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung entwickeln. 

Baustein 1: Pädagogisches Leistungskonzept und Auswirkungen auf den Unterricht und das Lernen 

Im ersten Baustein entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein pädagogisches Leistungskonzept auf Grundlage der sechs Qualitätsbereiche des Deutschen Schulpreises. 

Baustein 2: Individualisierte Lernbegleitung und Beurteilungspraxis 

Im zweiten Baustein stehen Möglichkeiten einer differenzierten und individualisierten Beurteilungspraxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen Grundlagen diagnostischen Handelns kennen. 

Baustein 3: Verstehen und Verständigung als Kern von Lernbegleitung 

Feedback ist das zentrale Thema im dritten Baustein. Die Teilnehmenden setzen sich mit verschiedenen Feedback-Methoden und der pädagogischen Wirkung von Feedback auseinander. Auf der Agenda steht außerdem die pädagogische Beziehungsgestaltung als Teil professioneller Aufgaben. 

Baustein 4: Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung als Aufgabe systematischer Unterrichts- und Schulentwicklung 

Wie können Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung systematisch in der Unterrichts- und Schulentwicklung verankert werden? Der vierte Baustein setzt sich umfassend mit dieser Frage auseinander. 

Baustein 5: Kooperation und Netzwerk 

Im letzten Baustein steht der Aufbau von Unterstützungssystemen für die eigene Schulentwicklung der teilnehmenden Schulen im Fokus. 

Team

Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: Fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“ wurde entwickelt unter Projektleitung von Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel. Die Werkstatt wurde von 2016 bis 2017 in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg pilotiert.

Wir haben für jede Werkstatt erfahrene Trainerinnen und Trainer qualifiziert. Sie leiten die Fortbildung und sind für die Durchführung verantwortlich.

Trainerinnen und Trainer

Regine Bondick
Ehem. Lehrerin, Max-Brauer-Schule, Hamburg (Preisträgerschule 2006)

Birgit Brehmer-Pöppel
Lehrerin, Städtische Anne-Frank-Schule, München (Preisträgerschule 2014)

Dr. Franziska Carl
Leiterin der Arbeitsstelle des Schulverbunds 'Blick über den Zaun'

Christina Claaßen
Lehrerin, Grundschule auf dem Süsteresch, Schüttorf
(Preisträgerschule 2016)

Birgit Claußen
Lehrerin, Freiherr-vom-Stein-Schule, Neumünster
(Preisträgerschule 2016)

Daniela Dehne
Lehrerin, Grundschule Borchshöhe, Bremen
(Preisträgerschule 2017)

Heike Draber
Stellvertr. Schulleiterin, Grundschule auf dem Süsteresch, Schüttorf
(Preisträgerschule 2016)

Dr. Mathias Ebel
Lehrer, Gymnasium Alsdorf
(Preisträgerschule 2013)

Eva-Maria Espermüller-Jug
Ehem. Schulleiterin, Städtische Anne-Frank-Realschule, München (Preisträgerschule 2014); ehem. Mitglied des Programmteams der Deutschen Schulakadmie

Susan Kayser
Stellvertr. Schulleiterin,  Nürtingen-Grundschule, Berlin; ehem. stellvertr. Schulleiterin, Grundschule Gau-Odernheim (Preisträgerschule 2013)

Meike Ludzay
Schulleiterin der Mittelstufe, Klosterschule, Hamburg (Preisträgerschule 2015)

Kooperationspartner

Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: Fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“ setzen wir immer gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern um. Die hier beschriebenen Ziele und Strukturen bilden die Basis der Werkstatt, die an die jeweiligen Bedarfe unserer Kooperationspartnerinnen und -partner angepasst werden kann. Wenn Sie Interesse haben, die Werkstatt mit uns zu realisieren, kontaktieren Sie gerne das Team Kooperationsmanagement.

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

Regierung von Mittelfranken
 

Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland

Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland

Hermann Gutmann Stiftung

 

Hermann Gutmann Stiftung

 

Evaluation

Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung“ wurde im Rahmen eines Forschungsauftrags von Dezember 2017 bis März 2019 von Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel von der Technischen Universität Dortmund wissenschaftlich begleitet. Eine externe Evaluation steht noch aus.