Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion

Anrisstext
Besserer Unterricht und mehr Lernerfolg dank Teamarbeit – wie das gelingt, vermittelt die Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“.
Absätze

Zusammen den Unterricht gestalten und im Team die Unterrichtsqualität nachhaltig verbessern: Im Mittelpunkt der Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ (KUER) steht die Kooperation zwischen Lehrkräften. Kolleginnen und Kollegen lernen, wie sie systematisch miteinander ihre Unterrichtspraxis planen und neue Möglichkeiten der Gestaltung entwickeln. Sie hospitieren wechselseitig im Unterricht und reflektieren gemeinsam das Erprobte. KUER entlastet auf diesem Weg Lehrkräfte bei der Unterrichtsplanung und hilft ihnen, ihr Repertoire an didaktischen Methoden zu erweitern.

Zielsetzung

Die Inhalte der Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ orientieren sich konsequent an zentralen Merkmalen guter Unterrichtsqualität. Mit einem Dreischritt aus gemeinsamer Unterrichtsplanung, wechselseitiger Hospitation und anschließender gemeinsamer Reflexion will KUER die Unterrichtsqualität verbessern und mehr Lernerfolg ermöglichen.

Die teilnehmenden Schulen sollen mithilfe der Werkstatt eine intensive und fächerübergreifende Kooperation zwischen Lehrkräften etablieren. Dazu gehört die Installation von Routinen kollegialer Unterrichtsplanung und -reflexion als Konzept für die gesamte Schule – eine Chance zur Weiterentwicklung der Lernkultur.

Zielgruppe

Zielgruppe der Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ sind Schulen aller Schulformen und Bundesländer, deren Kollegien die fachliche, didaktische und pädagogische Arbeit nachhaltig verändern und verbessern wollen. Die Schulleitungen der teilnehmenden Schulen müssen den mit der Werkstatt einhergehenden Entwicklungsprozess für ihr Kollegium unterstützen und Ressourcen für die Umsetzung bereitstellen.

Ideal ist, wenn von jeder Schule etwa vier Lehrkräfte eines Jahrgangs mit unterschiedlichen Unterrichtsfächern teilnehmen. Diese kleine Gruppe kann die Inhalte der Werkstatt exemplarisch erproben und später mit dem gesamten Kollegium teilen. Die Schulleitungen müssen soweit in die Werkstatt eingebunden sein, dass sie die einzelnen Elemente von KUER kennen und im Dialog mit den teilnehmenden Lehrkräften den Nutzen für ihre Schule nachvollziehen können.

Aufbau

In vier Werkstattterminen innerhalb eines Schuljahres erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltige Routinen kollegialer Unterrichtsentwicklung. Dazu zählen zum Beispiel die gemeinsame Unterrichtsplanung, die wechselseitige Hospitation und das kollegiale Feedback des durchgeführten Unterrichts. Im Fokus steht dabei zum einen ein klar strukturierter und kognitiv aktivierender Unterricht mit selbstständigen und gemeinschaftlichen Arbeitsphasen für Schülerinnen und Schüler. Zum anderen ist ein verändertes und vielfältiges Verständnis der Rolle, die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht und im Schulalltag einnehmen, Kern der Werkstatt. Zwischen den einzelnen Werkstattterminen, den Bausteinen, wenden die Teilnehmenden das Erlernte in der Praxis an. Dabei werden sie von erfahrenden Pädagoginnen und Pädagogen angeleitet.

Inhalt

Die Werkstatt setzt sich aus vier Bausteinen zusammen. Jeder Baustein besteht aus verschiedenen Elementen. Dazu zählen wissenschaftliche Inputs, Beispiele aus der Praxis und Arbeitsphasen, in denen die Teilnehmenden Strategien für ihre eigene Schule erarbeiten.

Baustein 1: Status der kollegialen Kooperation

Im ersten Baustein sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein ganzheitliches Verständnis von kollegialer Kooperation entwickeln. Auf der Agenda stehen unter anderem Themen wie: Hospitation, Feedback, Beratung oder Unterrichtsentwicklung.

Baustein 2: Kollegiale Unterrichtsentwicklung

Im zweiten Schritt lernen die Teilnehmenden, wie sie gemeinsam mit dem Kollegium einen strukturierten, selbstständigkeitsfördernden und kognitiv aktivierenden Unterricht entwickeln. Das prozedurale Wissen erproben sie an ihren Schulen im Zeitraum bis zum dritten Baustein.

Baustein 3: Entwicklung der Lehrkräfterolle

Die Lehrkräfte erfahren, was ihre Rolle für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern bedeutet. Thema ist außerdem die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden als maßgeblicher Faktor für erfolgreiches Lernen. Das neu erworbene Wissen wenden die Teilnehmenden an ihren Schulen an.

Baustein 4: Entwicklung von Planungs- und Handlungsroutinen

Im Fokus des vierten und letzten Bausteins stehen konkrete Meilensteinpläne, um kollegiale Unterrichtsentwicklung langfristig an den Schulen zu etablieren. Den für ihre Schule individuellen Meilensteinplan erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Mitgliedern ihrer Schulleitung.

Team

Die Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ wurde entwickelt unter Projektleitung von Hans Georg Henkel. Die Werkstatt wird von 2018 bis 2020 in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt pilotiert.

Erfahrene Trainer leiten die Fortbildung und sind für die Durchführung verantwortlich.

Trainerinnen und Trainer

Hans Georg Henkel
Fachbereichsleiter Fremdsprachen, Robert-Bosch-Gesamtschule, Hildesheim
(Preisträgerschule 2007)

Maren Reimann
Konrektorin, Grundschule Kleine Kielstraße, Dortmund
(Preisträgerschule 2006)

 

Kooperationspartner

Die Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ setzen wir zusammen mit Kooperationspartnerinnen und -partnern um.

Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt

Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt

 

 

Evaluation

Die Werkstatt „Kollegiale Unterrichtsentwicklung und -reflexion“ wird derzeit evaluiert von Prof. Dr. Frank Lipowsky von der Universität Kassel. Die längsschnittlich angelegte Untersuchung mit mehreren Messzeitpunkten kombiniert quantitative und qualitative Erhebungsmethoden und läuft von Februar 2018 bis September 2020.

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