Innovationslabor „Neue Oberstufe“

Absätze

Wie sieht eine zeitgemäße Oberstufe aus, in der unsere Jugendlichen in die Verantwortung hineinwachsen können, unsere demokratische und multikulturelle Gesellschaft zu gestalten? Mit dieser Fragestellung setzt sich das Innovationslabor „Neue Oberstufe“ auseinander. Die Teilnehmenden konzipieren und erproben exemplarisch veränderte Lernarrangements, Sozialformen, Zeitstrukturen, Organisationsmodelle und anregende Prüfungsformate für Oberstufen, die sich den komplexen Anforderungen unserer Zeit mutig stellen.

Zielsetzung

Ziel des Innovationslabor „Neue Oberstufe“ ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer exemplarisch Bausteine entwickeln, erproben und evaluieren. Das sind:
 

  1. Modelle für flexibilisiertes Lernen,
  2. Praxisbausteine für Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliches Engagement sowie
  3. Instrumente zur Gestaltung von Veränderungsprozessen in der Oberstufe.

Lerngemeinschaft

Im Innovationslabor „Neue Oberstufe“ arbeiten mehrere Schulen, unterstützt von außerschulischen Partnerinnen und Partnern, in einer Lerngemeinschaft eng zusammen. Insgesamt beteiligen sich acht Schulen aus fünf Bundesländern:

  • Bonns Fünfte (Nordrhein-Westfalen)
  • Elinor-Ostrom-Schule (Berlin)
  • Evangelische Schule Berlin Zentrum (Berlin)
  • Lernwerft Kiel (Schleswig-Holstein)
  • Max-Brauer-Schule Hamburg (Hamburg)
  • Montessori-Oberschule Potsdam (Brandenburg)
  • Oberstufen-Kolleg Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
  • Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule Berlin (Berlin)

Weitere Akteure im Innovationslabor "Neue Oberstufe" sind Universitäten, Stiftungen und Bildungsinitiativen. Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Lerngemeinschaft ermöglicht eine umfassende Multiperspektive bei der Entwicklungsarbeit. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelt, erprobt, reflektiert und dokumentiert die definierten Bausteine in einem Zeitrahmen von zwei
Jahren.

Herangehensweise

Im März 2017 haben wir, die Deutsche Schulakademie, in Berlin das bundesweite Forum „Oberstufe neu gestalten – Bildung für die Zukunft“ veranstaltet. Das Innovationslabor „Neue Oberstufe“ knüpft an die Arbeiten des Forums an: Am zweiten Tag der Veranstaltung haben die Teilnehmenden an der Weiterentwicklung einer neuen Oberstufe gearbeitet, Spielräume ausgelotet und Ideen für Lernarrangements entwickelt.

Modelle für flexibilisiertes Lernen:

  • Quasar: Schülerinnen und Schüler organisieren im Rahmen des Leistungskurses regelmäßig Lerntage an außerschulischen Lernorten
  • Modularisierte Profiloberstufe: Schülerinnen und Schüler lernen projektorientiert in Profilen.
  • Pulsare: Schülerinnen und Schüler lernen themenorientiert und jahrgangsgemischt im Dreiklang Instruktion – Ko-Kreation – Präsentation. Begleitet werden sie von einem interdisziplinären Lehrkräfteteam.
  • Dalton-Plan: Schülerinnen und Schüler lernen im eigenen Rhythmus – in einer gestalteten Lernumgebung und mit einer Fachlehrkraft als Coach.
  • Ganzheitliches Drei-Jahresmodell: Dieses Modell befindet sich noch in Entwicklung und folgt dem Leitgedanken „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Bausteine“.

Praxisbausteine für Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliches Engagement:

  • Crossover-Inspiration: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft finden sich in Paaren zusammen, begleiten sich einen Tag lang als Schatten und blicken hinter die Lebens- und Berufsweltkulissen.
  • Weltverbesserinnen und -verbessern auf der Spur: Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen, die die Welt zum Guten verbessern, und lassen sich von ihnen inspirieren.
  • Global Lab: Schülerinnen und Schüler gestalten gemeinsam mit der Lehrkraft einen handlungsorientierten Zusatzkurs in 1,5 Blockwochen, der sich mit den von den Vereinten Nationen formulierten 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzt.
  • Lernexpeditionen: Schülerinnen und Schüler entdecken und vertiefen persönliche Interessen in einer selbst gestalteten Woche.
  • Interkulturelle Herausforderung: Schülerinnen und Schüler übernehmen bis zu zwölf Wochen Verantwortung in einem interkulturellen Projekt und gestalten es mit.
  • Workshops in Lebens- und Arbeitskompetenz: Schülerinnen und Schüler nehmen an Workshops in den Bereichen „Lebenspraktisch“, „Philosophisch“ oder „Schulisch“ teil.

Toolbox Schulentwicklung:

  • Leitfaden für demokratische Mitbestimmungsprozesse: Wie demokratisch sind unsere Prozesse? Eine Analysehilfe.
  • MeetUp: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft treffen sich regelmäßig, um sich über die Entwicklung der Schule auszutauschen. Im Fokus stehen dabei vor allem das Zuhören und Wahrnehmen.
  • Partizipative Schulentwicklung: In einem begleiteten Prozess aus Anstoß-Workshops, Coachings und Beratung entwickeln Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern die Schule gemeinsam weiter.
  • Gelebte Inklusion: Die Schule versteht Inklusion nicht als Belastung, sondern als Bereicherung. Die Schule entwickelt das neue Verständnis gemeinsam mit allen Beteiligten.

Kontakt

Barbara Stockmeier

Lehrerin und Prozessbegleiterin

kontakt@barbara-stockmeier.de