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Denkanstöße für eine neue Oberstufe

Beim Forum „Oberstufe neu gestalten – Bildung für die Zukunft“ der Deutschen Schulakademie vom 20. bis 21. März 2017 wurden von den Teilnehmenden sogenannte „Denkanstöße“ diskutiert: Insgesamt zehn Impulse zur Neugestaltung der Oberstufe – von den Zugängen über die Lernformen bis hin zu alternativen Abschlussformaten. Die Denkanstöße waren von der Vorbereitungsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von neun Schulen, erarbeitet worden.

Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ergeben sich aus den Anforderungen einer globalisierten Welt. Dabei ist der wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Wandel hochkomplex und sehr dynamisch. Er konfrontiert uns in einem rasanten Tempo mit Aufgaben, deren Lösung fachliche Kompetenzen und zunehmend auch überfachliche Sichtweisen und klare Werteorientierung erforderlich machen.  Deshalb gewinnen ausgeprägte strategische, soziale und kommunikative Kompetenzen in der schulischen Bildung weiter an Bedeutung.

Bildnachweis: David Weyand

Die neu zu gestaltende Oberstufe soll ein Lernort für junge Erwachsene sein. In ihr werden wissenschaftlich fundierte Lehr- und Lernformate entwickelt und umgesetzt, die den Heranwachsenden die Verantwortungsübernahme für ihr eigenes Lernen zumuten und zutrauen. Fachinhalte werden interdisziplinär vernetzt und mit der Entwicklung überfachlicher Kompetenzen verbunden. Zu den neuen Lern- und Lehrformaten zählen neben den fächerverbindenden Modulen anspruchsvolle Aufgabenkonstruktionen, die Verbindung von Theorie und Anwendung, die Arbeit mit digitalen Medien sowie selbstverantwortete Lernexpeditionen und außerschulische Projekte. Und die Die Schule bietet dann den Rahmen für die Dokumentation, Präsentation und Reflexion der Lern- und Arbeitsprozesse. Die Schule öffnet sich – z. B. für außerschulische Lernorte und berufliche Fragestellungen. Um die neuen Lehr- und Lernformate systematisch zu verankern, bedarf es flexibilisierter Zeiten und veränderter Sozialformen des Lernens. 

Gleichzeitig öffnet sich eine in diesem Sinne neu gestaltete Oberstufe einer zunehmend heterogenen Schülerschaft, die sich auf den Weg zum Abitur macht, und sucht nach Lösungen, um einer Vielfalt an individuellen Stärken und Bildungsbiographien gerecht zu werden, gerade auch jenen, die z. B. wegen einer Fluchtgeschichte gezielte Unterstützung brauchen. 

Schüler und Schülerinnen der neu gestalteten Oberstufe nehmen an den zentralen Abiturprüfungen teil. Sie beweisen ihr Können und zeigen ihr Wissen aber auch bei ebenso anspruchsvollen, alternativen Formaten der Leistungsbegleitung und Leistungsbeurteilungen, die heute in der Arbeitswelt von besonderer Relevanz sind: Präsentationen, Vorträgen, Kolloquien, Unterweisung von Mitschülerinnen und Mitschülern.

Alle Denkanstöße auf einen Blick (PDF)
Bildergalerie zum Forum "Oberstufe neu gestalten"

Denk ... Anstöße

Wie wäre es, wenn wir ...

... Zugänge in die Oberstufe in Möglichkeiten denken?  Wenn es keine Auslese in Form von Prüfungen gäbe, sondern wenn wir neue Begabungen entdecken, statt auszulesen?  

Könnte man das anstoßen?

  • Den Übergang in die Oberstufe für viele Schülerinnen und Schüler ermöglichen, indem man Interessierten ohne formale Berechtigung ein Assessment anbietet.
Wie wäre es, wenn wir ...

... den Schülerinnen und Schülern ausreichend Raum geben, eigene Interessen zu entwickeln und an diesen Schwerpunkten und Fragen in der Oberstufe vertieft zu arbeiten?

Könnte man das anstoßen?

  • Wahlmöglichkeiten (für Fächer, Vertiefungsniveaus, Leistungsnachweise) erweitern und zugleich die Gestaltungsmöglichkeiten der kompetenzorientierten Lehrpläne ausschöpfen.
Wie wäre es, wenn wir ...

... die Arbeits- und Sozialformen des Lernens altersgerecht gestalten und dabei moderne Arbeits- und Kommunikationsformen der Gesellschaft aufgreifen?

Könnte man das anstoßen?

  • Unterschiedliche Lernumgebungen schaffen: von Großgruppenarrangements zu selbstorganisierten Kleingruppen, von persönlicher Lernberatung zu E-Learning, von Lernplattformen zu aktiver „Forschung“ vor Ort.
Wie wäre es, wenn wir ...

... die schulische Arbeit an real bedeutsamen Problemstellungen orientieren, dabei interdisziplinäres Arbeiten zu Fragen der „ungefächerten Welt“ ermöglichen, um sowohl in Zusammenhängen als auch aus den Perspektiven der unterschiedlichen Fächer heraus zu lernen, Probleme zu bearbeiten und zu reflektieren?

Könnte man das anstoßen?

  • Fächerverbünde und Profile schaffen und Projektphasen entwickeln, die fachliches Arbeiten und fächerverbindende Lern- und Arbeitssituationen miteinander verbinden.
Wie wäre es, wenn wir ...

... selbstgesteuertes und selbstbestimmtes Lernen ermöglichen und strukturell absichern - und damit die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihr eigenes Lernen stärken und Raum für Selbstmanagement schaffen?  

Könnte man das anstoßen?

  • Fächer und Stunden alternativ bündeln, um Selbstlernzeiten zu schaffen, und zugleich oberstufengemäße Formate entwickeln, die ein Lernen im Gleichschritt ablösen.
Wie wäre es, wenn wir ...

... die Schule für berufsbildende Inhalte öffnen und die Schülerinnen und Schüler vorbereiten auf die globalisierte Arbeitswelt?

Könnte man das anstoßen?

  • Betriebliche Expertinnen und Experten in den Unterricht einbinden, außerschulische Lernorte in Betrieben nutzen, Schüler-Azubi-Projekte entwickeln und dabei die Zusammenarbeit zwischen Oberstufen und berufsbildenden Schulen verstärken.
Wie wäre es, wenn wir ...

... für die Schülerinnen und Schüler die Lernzeit und die Zeitdauer der gesamten Oberstufe flexibler gestaltbar wäre?

Könnte man das anstoßen?

  • Die Oberstufe modularisieren - anstelle von gesetzten Abläufen und jahrgangsbezogenen Lerngruppen -  und das Abitur im eigenen Takt ermöglichen.
Wie wäre es, wenn wir ...

... beim Nachweis von Leistungen über Klausuren hinaus eine Vielfalt von motivierenden und herausfordernden Formen der Leistungsdarstellung und -beurteilung entwickeln? 

Könnte man das anstoßen?

  • Kolloquien, Präsentationen, Portfolio, wissenschaftliche Ausarbeitungen, Filme, Lernangebote für Mitschülerinnen und Mitschülern und künstlerische Produkte als Alternative zu Klausuren anerkennen und mit einer Reflexion von Lernprozess und -ergebnis verbinden.
Wie wäre es, wenn wir ...

... alternativ zur Abiturprüfung modulare Abschlussformate entwickeln, die den vielfältigen Begabungen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden?

Könnte man das anstoßen?

  • eZertifikate über erfolgreich abgeschlossene Kurssequenzen mit unterschiedlichen Vertiefungsniveaus ausstellen.
Wie wäre es, wenn wir ...

... dafür sorgen, dass Demokratie erfahren wird, wenn „Verantwortung wahrnehmen“ ein anerkanntes Bildungsziel und durchgehendes „Unterrichtsprinzip“ in der Oberstufe ist? 

Könnte man das anstoßen?

  • Zeiten und Räume für praxisbezogenes und demokratisches Handeln in der Unterrichtszeit und darüber hinaus schaffen und curricular verankern.
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09.11.2018
09.11.2018: 9:00 bis 16:30 Uhr
08. und 09.11.2018
08.11.2018: 14:00 Uhr bis 09.11.2018: 18:00 Uhr
26.10.2018
26.10.2018: 9:00 bis 15:30 Uhr
24.09.2018
24.09.2018: 9:30 bis 16:00 Uhr
13. und 14.09.2018
13.09.2018: 12:00 bis 14.09.2018: 16:30 Uhr
10.09.2018
10.09.2018: 14:30 bis 18:00 Uhr
23.08.2018
23.08.2018: 14:30 bis 18:00 Uhr
09.07.2018
09.07.2018: 09:30 bis 16:30 Uhr
02.07.2018
02.07.2018: 14:30 bis 18:00 Uhr
06.06.2018
06.06.2018: 10:00 bis 17:00 Uhr
08. und 09.05.2018
08.05.2018: 13:00 bis 20:30 Uhr; 09.05.2018: 09:00 bis 15:30 Uhr
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