Werkstatt „Schule leiten“ startet in Berlin

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19. Februar 2020 - Die Werkstatt „Schule leiten“ unterstützt Schulleitungen dabei, schulische Entwicklungsprozesse zu initiieren, weiterzuentwickeln und zu verstetigen. Erstmals nehmen in Berlin auch Schulrätinnen und Schulräte an der Qualifizierungsreihe teil.
Absätze

Damit knüpft die Werkstatt an die 2018 in Berlin eingeführten Schulverträge zwischen Schule und Schulaufsicht an. Ziel ist es, die Handlungskompetenzen aller Beteiligten in Schulentwicklungsprozessen zu vertiefen.

Werkstatt "Schule leiten" in Berlin

„Schulleitungen tragen Verantwortung für die positive Entwicklung einer Schule. Die neue Werkstatt der Deutschen Schulakademie hilft in exemplarischer Weise dabei, dass Schuleiterinnen und Schulleiter ihre persönlichen Möglichkeiten ausschöpfen können. Sinnvoll ist es, dass unsere Schulaufsichten hier nun auch entsprechend geschult werden können“, sagt die Staatssekretärin für Bildung, Beate Stoffers. Sie eröffnete gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie Dr. Roman Rösch die Auftaktveranstaltung. „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin. Diese Werkstatt ist auch für uns eine Innovation: sie richtet sich zum ersten Mal nicht nur an Schulleitungsmitglieder aller Schulformen, sondern auch an die Schulaufsicht“, ergänzt Dr. Roman Rösch. Die Deutsche Schulakademie führt in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung außerdem die Pädagogische Werkstatt „Lernen – individuell und gemeinsam“ durch.

Zum Auftakt kamen heute 32 Schulleitungen aus 16 Schulen sowie acht Schulrätinnen und Schulräte in den Tagungsräumen CEDIO im Storkower Bogen zusammen. Die Rahmung des Tages bilden die Impulsvorträge „Urbanes Führungshandeln“ von Christian Blume, Leiter der Abteilung I der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und „Wohin führt Sprache“ von Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch.

Auf die Leitung kommt es an

Schulleitungen tragen die Verantwortung für die Entwicklung einer pädagogischen Handlungskultur in ihrer Schule, die das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Mit der Werkstatt „Schule leiten“ hat die Deutsche Schulakademie ein Programm zur Stärkung von Schulleitungen vorgelegt, das sie bei der Weiterentwicklung ihres persönlichen Führungspotenzials, des gemeinsamen Führungsverständnisses im Schulleitungsteam und der Gestaltung ihrer Schule unterstützt.

Das Land Berlin und die Deutsche Schulakademie folgen dem sich wandelnden Verständnis der Rolle von Schulaufsicht und erweitern die Werkstatt um entscheidende Aspekte der Berliner Qualitätsoffensive der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.  

Aus der Praxis für die Praxis

Die Deutsche Schulakademie ist eine Einrichtung der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung. Als bundesweit aktive Institution für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Modelle ausgezeichneter Praxis aus mehr als zehn Jahren Deutscher Schulpreis mit Hilfe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzubereiten und in die Breite zu tragen.

Die Werkstatt „Schule leiten“ stärkt den Mut, die Fantasie und die praktischen Handlungskompetenzen der Teilnehmenden. So soll die schulische Qualität in Orientierung an den sechs Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises gesteigert werden. Das Besondere der Werkstatt ist die unmittelbare Einbeziehung der Praxis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickeln ein konkretes Reformvorhaben, welches sie an ihren Schulen partizipativ mit ihren Kollegien umsetzen und gestalten. Das Reformvorhaben wird in den Schulvertragsprozess integriert. Darüber hinaus tauschen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen in begleitenden Netzwerken aus. Ein Markenzeichen der Werkstatt ist die Chance, bei Schulleitungen von Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises zu hospitieren.

Die Schulaufsicht soll in ihrer Rolle als Beraterin und Unterstützerin von Schulleitung gestärkt werden. Dafür werden neben den für die Schulleitungsteams konzipierten Workshops ebenfalls Workshops für Schulaufsichten durchgeführt.

Nachhaltige Schulentwicklung braucht Zeit

Die Werkstatt „Schule leiten“ dauert knapp zwei Jahre und besteht aus fünf Bausteinen für die Schulleitungsteams, vier Bausteinen für die Schulräte und Schulrätinnen sowie drei bis vier gemeinsamen Veranstaltungen. Die Workshops und Bausteine werden von erfahrenen Trainerinnen und Trainern, von Schulleitungen der Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises sowie von Expertinnen und Experten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie professionell begleitet.

Die erweiterte Werkstatt wurde von den fachlich Zuständigen des Referats IA unter Leitung von Marina Hennersdorf und Karin Babbe (ProSchul) sowie Cornelia von Ilsemann und Dr. Wilfried Kretschmer von der Deutschen Schulakademie entwickelt. Das „Berliner Modell“ zielt auf eine lernwirksame Führung und fokussiert Vorhaben, die sich auf den Unterricht und damit auf die Bildungs- und Erziehungsprozesse an Schulen beziehen.