In Innovationslaboren Schule neu denken

Anrisstext
Unsere Innovationslabore fördern Lerngemeinschaften, die innovative Ansätze für die Schulentwicklung ausprobieren. Jetzt wählte unser Programmteam zwei neue Skizzen aus, die das inklusive Sprachenlernen und die professionelle Kooperation thematisieren.
Absätze
Innovationslabore

In multiprofessionellen und interdisziplinären Teams konzipieren die Innovationslabore eigenverantwortlich neue Schulentwicklungskonzepte, die auf den Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises basieren und in den beteiligten Schulen erprobt werden. Wir begleiten die Zusammenarbeit dieser Lerngemeinschaften aus Schulen und außerschulischen Akteuren über einen Zeitraum von zwei Jahren. Neben einer finanziellen Unterstützung stellen wir ihnen eine Themenleitung als Pate oder Patin zur Seite.

In diesem Jahr haben sich acht Lerngemeinschaften mit Skizzen beworben, die sich alle durch eine hohe Qualität auszeichnen. Wichtige Kriterien für die Auswahl der Skizzen sind der Innovationscharakter des Vorhabens, der Fokus auf Schulentwicklung, die Multiprofessionalität und Interdisziplinarität der Lerngemeinschaft sowie die Machbarkeit. Außerdem sollten die Innovationslabore Bezug zu unseren Themen nehmen. Anhand dieser Merkmale haben die folgenden Innovationslabore das Programmteam überzeugt:

  • Mit veränderten Arbeitszeiten professionell kooperieren
    (Initiatoren: Dr. Wilfried Kretschmer* und Prof. Dr. Claus Buhren)
  • Inklusives Sprachen-Lernen im Spannungsfeld von Individualisierung und Begegnung
    (Initiator: Inklusive Universitätsschule Heliosschule Köln)

Das Innovationslabor „Mit veränderten Arbeitszeiten professionell kooperieren“ schließt thematisch an unseren Kongress 2018 „Nicht mehr allein! Gute Schulen kooperieren“ an. Dr. Wilfried Kretschmer nimmt den Faden wieder auf und wird das Thema Lehrkräftekooperation mit Prof. Dr. Claus Buhren, Professor für Schulsport und Schulentwicklung an der Deutschen Sporthochschule Köln, und zehn Schulen unterschiedlicher Schulstufen und – arten weiter vertiefen. Auch werden Expertinnen und Experten aus Schulbehörden und Ministerien, Gewerkschaften und Lehrerverbänden eingebunden und internationale Erfahrungen einbezogen. Das Innovationslabor verfolgt das Ziel, bestehende Arbeitszeitmodelle für die kooperative Arbeit in Schule zu reflektieren, weiterzuentwickeln und zu erproben. Neue Arbeitszeitmodelle sollen sicherstellen, dass Kooperation zwischen Lehrkräften nicht länger temporär und am Rande stattfindet, sondern zu einem zentralen und konstitutiven Aspekt des Alltags an Schulen wird.

Die zweite Skizze wurde von Norbert Jansen und Ira Lenke von der Inklusive Universitätsschule Heliosschule Köln eingereicht. Das Innovationslabor „Inklusives Sprachen-Lernen im Spannungsfeld von Individualisierung und Begegnung” möchte exemplarisch einen Paradigmenwechsel im Sprachunterricht einleiten. Das Ziel ist es, die Teilhabe der Schülerinnen und Schüler im Sinne von echter Begegnung und Kommunikation im Fremdsprachenunterricht in einem sehr heterogenen Setting möglich zu machen. Für Lernbegleiterinnen und -begleiter geht es um eine gemeinsame Unterrichtsentwicklung, die Reflexion von Unterricht und um eine Erweiterung der Methodenkompetenz durch externe Expertise. Dieser Prozess, vor allem die Reflexion und Evaluation, wird wissenschaftlich begleitet. Die Lerngemeinschaft setzt sich aus vier Schulen aus Köln und Berlin sowie Vertreterinnen der Universitäten Köln, Wien und Klagenfurt zusammen.

Im November findet das erste Reflexionstreffen der Vertreter und Vertreterinnen aller Innovationslabore statt. Wir freuen uns auf den „Abend der Innovationen“ am 3. November 2020.

* Unser Programmteammitglied Dr. Wilfried Kretschmer hatte als Einreicher der Skizze „Mit veränderten Arbeitszeiten professionell kooperieren“ kein Stimmrecht bei der Abstimmung im Programmteam.