Die Digitalisierung wird Schule verändern

Anrisstext
Digitale Schulentwicklung muss groß gedacht werden. Das sagte Maike Schubert, Expertin der Deutschen Schulakademie, bei der Anhörung des Kultusausschusses im Niedersächsischen Landtag zum DigitalPakt.
Absätze
Maike Schubert vor dem Niedersächsischen Landtag

Mit dem DigitalPakt Schule wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Vor diesem Hintergrund befasste sich der Kultusausschuss des Niedersächsischen Landtages am 24. Mai mit der Frage, wie die bereitgestellten Mittel eingesetzt werden sollen. In einer öffentlichen Anhörung waren Expertinnen und Experten um Stellungnahme zu Anträgen der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gebeten worden.

Die Deutsche Schulakademie war eingeladen und wurde durch Maike Schubert vertreten. Sie ist Mitglied des Programmteams und inhaltlich und strategisch für das Themas „In der digitalen Welt lernen“ verantwortlich. Sie brachte darüber hinaus die Perspektive der Praxis ein: Maike Schubert war Schulleiterin der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster, die 2016 mit ihrem integralen Medien-Konzept den Deutschen Schulpreis gewonnen hatte. Seit Februar 2019 leitet sie die Stadtteilschule Winterhude.

„Die Deutsche Schulakademie begrüßt ausdrücklich, dass mit dem DigitalPakt nun Fahrt in die Schaffung einer Infrastruktur kommt, mit der Schulen in die Lage versetzt werden sollen, den digitalen Wandel zu gestalten. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für die Gestaltung des Kulturwandels in der digitalen Welt“, sagte Maike Schubert vor den Abgeordneten des Landtages. Trotz des wünschenswerten Willens nun schnell zu agieren und die Schulen kurzfristig vorzubereiten, darf die Größe der Herausforderung und die Dimensionen des digitalen Wandels für die Schulen nicht außer Acht gelassen werden. Eine technische Ausstattung hat sich immer am pädagogischen Konzept auszurichten. „Wichtig ist dafür, dass die Schulen auch zeitliche Ressourcen bekommen, um sich in angemessener Tiefe mit der Gestaltung des digitalen Wandels auseinandersetzen zu können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Medienkonzepte ohne inhaltliche Auseinandersetzung übernommen werden und keine Wirkung entfalten“, warnte Maike Schubert.

Maike Schubert plädierte dafür, den Schulen Zeit zu geben, um den Prozess mindestens im Sinne einer pädagogischen Neuausrichtung oder sogar im Sinne einer Vision für eine Bildung in der digitalen Welt zu erarbeiten. Auch für die Administration der Geräte müssen ausreichend Ressourcen eingeplant werden und die gängige Praxis, dass Lehrkräfte diese Aufgaben übernehmen, muss beendet werden.