Auf dem Forum Individuelle Bildungsverläufe: „SchulWEGE selbständig gehen, gestalten, verantworten“ der Deutschen Schulakademie, gaben zwei renommierte Bildungswissenschaftler Einblick in ihre Ideen und Forschungsergebnisse.

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, Bildnachweis: David Weyand

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann erklärte in seinem Vortrag mit dem Titel: „Übergänge – Standardisierung, Individualisierung, Schulzeit in biografischer Perspektive“, dass seit den 60er Jahren „eine Entstandardisierung von Lebensläufen“ stattfinde. Tillmann: „Der Berufseintritt mit 18, die Heirat zwischen 20 und 25, das erste Kind spätestens mit 25 – all diese sozialen Normierungen des vorigen Jahrhunderts haben sich weitgehend aufgelöst.“ Doch während die Individualisierung in der Gesellschaft weiter voran schreite, nehme die Normierung der Schullaufbahn weiter zu. Eine Zusammenfassung seines Vortrags hören Sie hier.

„Ist jedes Kind begabt? Ganz klar ja!“, sagt Professor Dr. Christian Fischer. In seinem Vortrag:„SchulWEGE – Möglichkeiten zur optimierten Gestaltung von individuellen Lernprozessen“, den er auf dem Forum der Deutschen Schulakademie zu Individuellen Bildungsverläufen am 25. Februar 2016 in Berlin vor rund 170 Gästen hielt, sprach er darüber, dass es vielfältige Begabungen gebe. Diese zu erkennen sei nicht nur eine Frage fachlicher Diagnostik, sondern hinge auch von der Haltung der Lehrkraft ab. Lehrpersonen würden dazu neigen, die Potenziale von Kindern zu unterschätzen, sagte der Begabungsforscher. Dabei seien viele Kinder in der Lage, mehr zu leisten, als ihnen von Lehrpersonen zugetraut werde.  Eine Zusammenfassung seines Vortrags hören Sie hier.