Eine dynamische Veranstaltung war das Netzwerktreffen von „Schulen einer Stadt“ in Potsdam. Diskutiert wurden Kriterien für eine neue Leistungsbewertung, Unterrichtsvorhaben für fächerübergreifende Themen und die Schwerpunktziele des Netzwerks.

Schulbündnis "Schulen einer Stadt"
Bildnachweis: Sandra Wille

Zum dritten Netzwerktreffen am 27./28.3.2017 wurde das Schulbündnis „Schulen einer Stadt“ ein Projekt der Deutschen Schulakademie und kann nun auf die Unterstützung der Akademie und die Expertise der über 60 Preisträgerschulen zurückgreifen.

Prof. Dr. Hans Anand Pant begrüßt Potsdamer Schulen

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Die sechzig Vertreter und Vertreterinnen von fünfzehn Potsdamer Schulen wurden bei ihrem Treffen gleich mehrfach offiziell begrüßt: von der Referatsleiterin Frau Birgit Nix als Vertreterin des MBJS, von Herrn Schulrat Eckhard Dörnbrack als Vertreter des Staatlichen Schulamtes und von Prof. Dr. Anand Pant, der die Deutsche Schulakademie vorstellte und den Startschuss für die Zusammenarbeit mit dem Schulbündnis gab. Auch das MBJS und das Staatliche Schulamt sagten ihre Unterstützung für die nächsten Jahre zu. Das ist ein Erfolg für das junge besondere Netzwerk. „Das Netzwerk wird bildungspolitisch gesehen und wohlwollend unterstützt. Es ist ein Aufbruch spürbar und das ist motivierend,“ so ein Teilnehmer.

Erstmalig haben sich Schulen in der Art selbst zusammengeschlossen, um gemeinsam eine neue Schulkultur zu gestalten und Unterrichtsentwicklung voranzutreiben. Der Impuls für den Zusammenschluss der fünfzehn Schulen aus Potsdam war die Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne der Länder Berlin und Brandenburg. Ziel des Bündnisses ist der Aufbau von regionalen schulübergreifenden Zusammenarbeitsstrukturen und die Initiierung schulinterner Arbeitsprozesse, die nachhaltig auf die Qualitätsentwicklung der Schulen wirken. Dabei sollen die Potentiale der einzelnen Schulen für alle zur Entfaltung gebracht werden und die Entwicklung der Einzelschule vorangetrieben werden. Die Qualitätskriterien des Deutschen Schulpreises definieren in diesem Prozess die Entwicklungsrichtung.

"Schulen einer Stadt" in Potsdam

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Das wurde auf dem Treffen nun konkret am Thema Bewertungssysteme diskutiert. Der einführende Vortrag von Prof. Eiko Jürgens (Universität Bielefeld) zur Bewertung von Schülerleistungen regte alle Teilnehmenden an, über das eigene pädagogische Handeln nachzudenken. Die Diskussion war intensiv und teilweise kontrovers. Deutlich wurde, dass in der Bewertung eine strikte Trennung von Lernebene, Leistungs- und Prüfungsebene eingehalten werden muss. Ein Lernprozess könne bewertet, also wertgeschätzt, aber niemals zensiert werden.
Der Transfer solcher Bewertungsgrundsätze in die Schulen wird kein einfacher Prozess, aber im Rahmen des Netzwerkes können gemeinsam Strategien und Instrumente zur Umsetzung entwickelt und im Austausch der Erfahrungen anderer Schulen profitiert werden.er werden. 

Da die Entwicklung einer neuen Lernkultur den inhaltlichen Schwerpunkt der Netzwerkarbeit darstellt, wurden am Ende des zweiten Tages schulübergreifende Arbeitsgruppen installiert, die gemeinsam Unterrichtsvorhaben für fächerübergreifende Themen diskutierten.
Dass sich aus Schulen, die sich über Jahre hinweg in Konkurrenz gegeneinander profilierten, eine Gemeinschaft entwickelt hat, in der die Potsdamer Bildungseinrichtungen im Bündnis miteinander ihre Stärken entfalten, ist ein großer Gewinn für die Potsdamer Schullandschaft.