In den letzten Monaten besuchten sich die 17 Schulen des „Netzwerks Schulentwicklung Schleswig-Holstein“, hospitierten im Unterricht und beobachteten den Schulalltag. Nun werden die Entwicklungsvorhaben konkretisiert. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Vor einem Jahr unterzeichnete die Deutsche Schulakademie eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ministerium für Schule und Berufsbildung in Kiel zur Etablierung des „Netzwerks Schulentwicklung Schleswig-Holstein“. Unterstützt wird das Projekt vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH).  Angestoßen wurde das Projekt von acht Schulen Schleswig-Holsteins, die bereits erfolgreich am Deutschen Schulpreis teilgenommen haben. 

Über einen Zeitraum von drei Jahren wollen diese ausgezeichneten Schulen anderen Schulen bei ihrer Schulentwicklung begleiten und unterstützen. Im Juni 2016 fand das Auftakttreffen statt, anschließend wurden vier Netzwerke gebildet – jedes besteht aus zwei Initiativschulen und zwei bis drei Projektschulen, die sich zuvor für die Teilnahme beworben hatten.

Im Herbst begann die eigentliche Arbeit: Bis Dezember 2016 besuchten jeweils drei bis vier Schulen eines Netzwerks eine Projektschule. Bei der Hospitation vor Ort begleiteten die Vertreterinnen und Vertreter der Schulen die Lehrkräfte oder Schülerinnen und Schüler der Gastgeber ein bis zwei Tage im Unterricht und im Schulalltag. Intensive Tage für alle Beteiligten, denn meist dauerten die Besuche von morgens bis in den frühen Abend.  „Die Arbeit in dem Netzwerk ist sehr fordernd und intensiv“, sagt Projektleiterin Karin Krawietz. „Wir haben viele engagierte Lehrkräfte kennengelernt und guten Unterricht gesehen, aber auch Entwicklungspotenzial.“ 

Der Umgang in den Netzwerken untereinander sei geprägt von großer Offenheit. Ganz besonders habe sie beeindruckt, erzählt die ehemalige Schulleiterin Karin Krawietz, wie die unterschiedlichen Schultypen aufeinander zugingen, um voneinander zu lernen. Der Lehrer einer Schule für Erwachsenenbildung zeigte sich zum Beispiel sehr beeindruckt von der pädagogischen Arbeit einer Grundschule. Doch es liegt noch viel Arbeit vor den Schulen: „Die Schulen können sich zwar viele Ideen und Anregungen von anderen abgucken, aber jede Schule muss ein eigenes Konzept mit dem gesamten Kollegium entwickeln“, sagt Karin Krawietz. 

Im nächsten Schritt werden die besuchten Schulen schriftlich ihre Vorhaben für ihre Schulentwicklung konkretisieren und dafür einen zeitlichen Rahmen entwerfen. Bei den meisten Schulen geht es darum, Strukturen für die Weiterentwicklung zu etablieren und mit Hilfe eines roten Fadens ein pädagogisches Leitbild zu entwickeln.“ 

Passend zu den Erfahrungen aus der ersten Schulbesuchsrunde wird im Juni dieses Jahres eine Zwischentagung stattfinden. Alle 17 Schulen werden sich zwei Tage lang in Neumünster u.a. über Themen wie die Rolle von Schulleitung für Schulentwicklung austauschen und über die unterschiedlichen Auffassungen von Führungsverhalten diskutieren.