Wie gelingt es, Kooperation unter 500 Teilnehmenden einer Tagung so zu initiieren, dass jeder dabei zu Wort kommt? Beim zweiten Kongress der Deutschen Schulakademie sorgten kleine Kooperationsgruppen dafür, dass die Teilnehmenden zusammenarbeiteten.

Bildnachweis: David Weyand

Teamarbeit muss gut geplant und gestaltet werden, damit sie ein Erfolgsfaktor für gute Schulen werden kann. Schulen brauchen dabei Unterstützung und die bot die Deutsche Schulakademie mit ihrem Kongress „Nicht mehr allein! Gute Schulen kooperieren!“. Für die rund 500 Teilnehmenden der Veranstaltung stand am 13. und 14. September 2018 in Berlin „Kooperation“ nicht nur im Vortrags- und Workshop-Programm. In kleinen Arbeitsgruppen war intensives Teamwork gefragt.  Die Kooperationsgruppen trafen sich viermal im Kongressverlauf und beantworteten Impulsfragen. Ziel war es, für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer individuelle Kooperations- und Lernprozesse zum Thema des Kongresses möglich zu machen. Viele Kooperationsgruppen starteten ihre Teamarbeit bereits eine Woche vor Beginn der Tagung: sie vernetzten sich untereinander per WhatsApp oder Mail. 

Das Programm des Kongresses bot viel Raum für einen differenzierten Blick auf die Zusammenarbeit in und um Schulen. Es orientierte sich dabei an den verschiedenen Ebenen von Kooperation: von der Teamarbeit im Unterricht, im Kollegium oder der Schulleitung bis hin zu schulübergreifenden und überregionalen Netzwerken. In Workshops zeigten unter anderem die Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises, wie Kooperationen gelingen können. Sie gaben wertvolle Tipps und Materialien aus der Praxis für die Praxis. Impulsvorträge der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Cornelia Gräsel, des Schulentwicklungsexperten Michael Fullan, der Anthropologin Dr. Irina Spiegel, der Bildungsforscherin Prof. Dr. Uta Klusmann und von Rainer Weller, Betreiber des Bosch Forschungscampus Renningen, vermittelten Grundlagen und boten bereichernde Blicke über den Tellerrand. 

Eine Forsa-Studie der Deutschen Schulakademie zur fachbezogenen Kooperation unter Lehrkräften in Deutschland hatte gezeigt: Viele Lehrkräfte bereiten Unterricht lieber allein vor als im Team mit Kolleginnen und Kollegen. Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie, präsentierte weitere Ergebnisse. Im Anschluss daran diskutierte er mit Werner Klein und Dr. Wilfried Kretschmer vom Programmteam der Deutschen Schulakademie: Welche Empfehlungen gibt die Schulakademie für die Gestaltung von Kooperationen an Schulen? Die Forderung nach einem Wandel im Berufsbild der Lehrkräfte – weg vom Einzelkämpfer, hin zum Teamplayer – bekam viel Beifall aus dem Publikum.

Das Abendprogramm bot zwei Perspektivwechsel: Wilhelm von Boddien und Dr. Benedikt Goebel führten um das neuerrichtete Berliner Stadtschloss. In ihren Vorträgen in der Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung erläuterten sie, wie das Bauwerk in der Mitte Berlins in Teamarbeit gelang. Im Tagungsort Urania Berlin lief ein Film über eine der ungewöhnlichsten Schulen Deutschlands: „Berlin Rebel High School“ portraitiert die Berliner Schule für Erwachsenenbildung. Regisseur Alexander Kleider diskutierte im Anschluss mit den Zuschauerinnen und Zuschauern. Inspirierender Abschluss des Kongresses waren die Gedanken des Bestseller-Autors Axel Hacke über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen. 

Der zweite Kongress der Deutschen Schulakademie „Nicht mehr allein! Gute Schulen kooperieren!“ war ein großer Erfolg. Wir bedanken uns bei allen, die dabei waren!

Impressionen des Kongresses 2018