Was macht eine gute Schule aus? Fundierte Antworten auf diese Frage bietet das neue Handbuch „Gute Schule – Sechs Qualitätsbereiche für zukunftsweisende Praxis“, das Wissenschaftler und Schulpraktiker gemeinsam erarbeitet haben.

Junge an Tafel
Bildnachweis: Theodor Barth

Auf dem Kongress der Deutschen Schulakademie „schulen. gestalten. zukunft.“ vom 14. bis 15. November in Berlin wurde das Fachbuch vorgestellt. Zentrale Forderungen der Autoren und Autorinnen sind: Schüler sollen selbständig lernen, das Leistungsverständnis darf sich nicht auf Kernfächer und Noten beschränken.

 „Das Handbuch zeigt, wie Lehrkräfte ihren Unterricht verbessern und Schulen ihre Zukunft erfolgreich gestalten können“, sagte Professor Michael Schratz, einer der vier Herausgeber. „In erfolgreichen Schulen wird Schülern und Lehrern mehr zugetraut, als sie selbst glauben – und es wird alles getan, damit sie über sich selbst hinauswachsen.“ 

Dem Buch zu Grunde liegt ein umfassendes Qualitätsverständnis von Schule, das in den sechs Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises beschrieben ist. Professor Dr. Hans Anand Pant von der Deutschen Schulakademie sagt: „Das Handbuch ist ein neu¬artiger Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis.“ Professor Dr. Silvia-Iris Beutel, Mitglied im Programmteam, ergänzt: „Wissenschaft und Praxis erzeugen wechselseitig Resonanz. Ich fände es großartig, wenn wir in Zukunft darüber hinaus gemeinsam Themen weiterentwickeln könnten, zum Beispiel was ist eigentlich Leistung? Oder wie verhalten sich Inklusion und Verantwortungslernen zueinander?“

Die 61 Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises dienen den Autorinnen und Autoren des Handbuchs als Best Practice-Beispiele. Aus dem aktuellen Stand der Forschung und innovativer Praxis an den Preisträgerschulen arbeiten sie folgende Kernaussagen zu den sechs Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises heraus:

Leistung: 
Gute Schulen fühlen sich für die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Sie zeichnen sich aus durch ein ganzheitliches Leistungsverständnis, das sich nicht auf die Kernfächer und die Notengebung beschränkt, weil Schülerleistungen auf vielfältige Weise sichtbar werden. Leistungsorientierung, Persönlichkeitsbildung und Demokratiefähigkeit gehören zusammen.

Umgang mit Vielfalt: 
Eine gute Schule führt jedes Kind und jeden Jugendlichen zu bestmöglichen Lernergebnissen. Um alle Potenziale zu entfalten, brauchen Schulen multipro¬fessionelle Teams, die individuelles und gemeinsames Lernen nicht als Gegensatz begreifen. 

Unterrichtsqualität: 
Gute Schulen setzen auf einen klugen Wechsel von lehrergesteuertem Unterricht und offenen Lernformen. Sie haben immer die Abstimmung von fachlichen Inhalten und den Lernvoraussetzungen aller Schülerinnen und Schüler im Blick. 

Verantwortung: 
Gute Schulen ermöglichen die Teilhabe aller am Schulgeschehen: Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Lernen, für die Schulgemeinschaft - als soziale Weltbürger. 

Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner: 
Gute Schulen sorgen dafür, dass das Lernen angstfrei, in sicherer und gesunder Umgebung stattfindet. Schule ist nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum. Eltern sind wichtige Partner.

Schule als lernende Institution: 
Die Entwicklung guter Schulen braucht die Zusammenarbeit aller: Unterricht wird im Team gestaltet und Fortbildung nach dem realen Bedarf mit dem Kollegium geplant. Gute Schulen lernen nie aus.

„Eine gute Schule bleibt nicht stehen, sondern sucht nach neuen Wegen‘“, sagt Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie und einer der Herausgeber des Fachbuches. „Sie geht produktiv mit den Interessen und Möglichkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler um. Die Lehrkräfte leiten die Kinder und Jugendliche an, ihr Lernen selbst in die Hand zu nehmen.“

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Das „Handbuch Gute Schule“ erscheint im Verlag Klett/Kallmeyer mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung und der Deutschen Schulakademie: Silvia-Iris Beutel, Katrin Höhmann, Michael Schratz und Hans Anand Pant (Hrsg.): „Handbuch Gute Schule – Sechs Qualitätsbereiche für eine zukunftsweisende Praxis“, Klett/Kallmeyer, 199 Seiten.