Die Deutsche Schulakademie diskutiert auf dem Forum „Lernen. Leistung. Noten? – Schule im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Standardisierung“ in Dortmund neue Wege der Leistungsbeurteilung von Schülerinnen und Schülern.

Foto: Die Organisatorinnen und Organisatoren des Forums „Lernen.Leistung.Noten?“: Prof. Dr. Thomas Häcker (Universität Rostock), Eva-Maria Espermüller-Jug (Die Deutsche Schulakademie), Prof. Dr. Hans Anand Pant (Die Deutsche Schulakademie), Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel (Technische Universität Dortmund/Die Deutsche Schulakademie) (v.l.n.r)

Dortmund, 26.6.18 - Sind Noten als alleiniges Mittel der Leistungsbeurteilung in der Schule heute noch zeitgemäß? Eignen sich Zensuren in Zeiten von Inklusion, Zuwanderung und Kinderrechten, um die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler wirklich gerecht zu beurteilen? „Lehrkräfte können mit alternativen Formen der Leistungsbeurteilung wie Lernentwicklungsgesprächen die Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern oft viel differenzierter bewerten als mit Zensuren. Viele Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises gehen dabei mit gutem Beispiel voran“, sagt Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie, auf dem Forum „Lernen. Leistung. Noten?“ in Dortmund.

In der zweitätigen Veranstaltung der Deutschen Schulakademie stehen neue Formen der Leistungsermittlung und Leistungsbewertung im Mittelpunkt: Schulpraktikerinnen und Schulpraktiker stellen erfolgreiche Konzepte vor und geben eingerahmt von wissenschaftlichen Impulsen praxisnahe Anregungen für die Umsetzung. Das Forum, das mit 170 Teilnehmenden ausgebucht ist, findet in Kooperation mit Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel (Technische Universität Dortmund) und Prof. Dr. Thomas Häcker (Universität Rostock) vom 26. bis 27. Juni im Dortmunder U statt. Silvia-Iris Beutel, Mitglied im Programmteam der Deutschen Schulakademie, fordert in ihrem Statement, anstelle einer überwachenden Dokumentation des Lernverhaltens einen Dialog mit den lernenden Kindern und auch mit deren Eltern in den Vordergrund zu stellen. „Die Zeiten der schlechten Noten als Strafe und Sanktion sind endgültig vorbei! Heute geht es um Anerkennung und Mitbestimmung, wenn wir Leistungen beurteilen müssen“, sagt die Professorin für Schulpädagogik an der TU Dortmund.

Noten zu vergeben, ohne mit den Schülerinnen und Schülern darüber zu sprechen, fördert das Lernen wenig, stellt auch Prof. Dr. Thomas Häcker, Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises, fest. Für die Weiterentwicklung der Lernkultur muss ein anderer Umgang mit Leistungen in der Schule gefunden werden, so Häcker. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür seien gar nicht so schlecht: „Die Notenverordnungen in den Ländern weisen zum Teil ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse der Leistungsermittlung nicht nur genutzt werden sollen, um das Lernen und die Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler zu fördern, sondern auch dazu, den eigenen Unterricht zu verbessern.“ Die Deutsche Schulakademie unterstützt mit dem Forum „Lernen. Leistung. Noten?“ Schulen dabei, sich über alternative Formen der Leistungsbeurteilung, deren Vor- und Nachteile sowie Prinzipien zur erfolgreichen Implementierung einer lern- und leistungsgerechten Leistungsbeurteilung zu informieren.

Im Mittelpunkt stehen dabei die erfolgreichen Konzepte der Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises. Interessierte, die nicht am Forum „Lernen. Leistung. Noten?“ teilnehmen konnten, finden Konzepte und weitere Anregungen zur alternativen Leistungsbewertung auch auf dem Deutschen Schulportal: 

www.deutsches-schulportal.de