Die Integration von Geflüchteten ist für viele Schulen eine Herausforderung. Am 17. Februar 2017 veranstaltete das Regionalteam West mit dem Genoveva Gymnasium in Köln dazu das Lernforum: „Angekommen, angenommen? Wie kann Integration gelingen?“

Genoveva Gynasium, Lernforum Köln
Bildnachweis: Michael Ridder und Mandy Annalena Riemer

Viele Schulen stehen im Alltag vor der Herausforderung geflüchtete Kinder und Jugendliche zu integrieren. Gute Beispiele sind gefragt, wichtig ist auch die Vernetzung aller Beteiligten. Am 17. Februar 2017 veranstaltete das Regionalteam West der Deutschen Schulakademie gemeinsam mit dem Genoveva Gymnasium in Köln (Preisträgerschule 2011) ein Lernforum unter dem Titel: „Angekommen, angenommen? Wie kann Integration gelingen?“ 

Das Lernforum, das in enger Kooperation mit den Expertinnen der Grundschule Kleine Kielstraße (Hauptreisträger 2006) entwickelt wurde, bot vielfältige Einblicke in die Unterrichtspraxis mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen aus der Perspektive der Unterrichtenden, der betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern. Besondere Berücksichtigung fanden das sprachsensible Lernen und die Förderung der deutschen Sprache als ein wichtiger Schlüssel für eine gelingende Integration. 

Lernforum Köln, Begrüßung

Bildnachweis: Michael Ridder und Mandy Annalena Riemer

Bei dem Lernforum wurden Organisation, Unterrichtsinhalte und Angebote der Schulgemeinde und weiterer Kooperationspartner zur Diskussion gestellt. Zentrale Fragen waren: Wie begegnet die Schule den neu zugewanderten Menschen? Wie gelingt neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern die Orientierung in dieser ihnen fremden Gesellschaft? Wo und wie lernen sie die Werte kennen, deren Anerkennung von ihnen eingefordert wird? Arbeitet die Schule systemisch, hat sie einen ganzheitlichen Ansatz? Setzt sie an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien an? Hat sie schuleigene Konzepte, insbesondere für den Unterricht entwickelt? Ist sie sozialräumlich vernetzt und kann sie Unterstützung vermitteln?

Ziel des Lernforums war es, Wege aufzuzeigen und weiterzuentwickeln, wie kulturelle Vielfalt und Verantwortung in der Schule gelebt werden können, indem individuelle Lerngelegenheiten geschaffen, selbstgesteuertes Lernen initiiert und vernetztes Denken gefördert werden. 

Dazu bot die Deutsche Schulakademie aus dem Pool der Bewerberschulen des Deutschen Schulpreises Konzepte an, die interkulturelles und sprachsensibles Lernen kontinuierlich fördern. Die Schulen verstehen diese Herausforderungen als einen Prozess, an dem alle Beteiligten der Schule in einem Klima des gemeinsamen Miteinanders planvoll unterwegs sind. 

Impulse aus der Praxis: 

  • Impuls 1: Individualisierung (Kathrin Brand, Kleine Kielstraße)
  • Impuls 2: Sozialräumliche Vernetzung (Maren Reimann, Kleine Kielstraße)
  • Impuls 3: Willkommenskultur (Daniela Graw, Theresa Hesse, ASGSG Marl)
  • Impuls 4: Sprachsensibles Lernen (Pamela Glinkel, Gymnasium Essen Nord-Ost)
  • Impuls 5: Schulentwicklung mit dem Deutschen Schulpreis (Petra Madelung, Christel Schrieverhoff, Regionalteam West und Team des Genoveva Gymnasiums)


Arbeitsgruppe Lernforum Köln

Bildnachweis: Michael Ridder und Mandy Annalena Riemer

Vor allem die Einblicke in die Praxis wurden von den Teilnehmenden dankend angenommen. „Ich bin sehr froh, dass an dem Lernforum teilnehmen konnte und so viele engagierte Praktiker getroffen habe“, bedankte sich zum Beispiel Esther Beyer. Die Studentin der Bildungswissenschaften arbeitet derzeit an ihrer Bachelorarbeit. „Es hat mir viele neue Einsichten gegeben und wird meine theoretische Arbeit mit Sicherheit bereichern.“ Und Pamela Ginkel vom Gymnasium Essen Nord-Ost sagte: „Diese Veranstaltung ermutigte einen wirklich und man hat neue Motivation, Kraft und Energie gewonnen. Danke!“ Nach dem Lernforum hatte sie nicht nur neue Kontakte gesammelt, sondern bereits Anfragen bekommen, ob man an ihrer Schule hospitieren könne.