Die digitale Unterrichts- und Schulentwicklung stand im Mittelpunkt der Preisträgerkonferenz 2019. Rund 180 Vertreterinnen und Vertreter von Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises tagten vom 21. bis 23. Februar in Erkner bei Berlin.

Bildnachweis: Oliver Wolff

Neben den jährlichen regionalen Preisträgerkonferenzen in den vier Regionen Nord, Süd, Ost und West treffen sich Schulleitungen und Lehrkräfte aus den Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises einmal im Jahr auch zu einer bundesweiten Konferenz. Die dreitägige Veranstaltung bietet Raum und Zeit, um mit anderen Schulen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Ideen rund um Schulentwicklung anzustoßen oder weiterzudenken. Außerdem werden gezielt Anknüpfungspunkte identifiziert, wo die Deutsche Schulakademie die Preisträgerschulen unterstützen kann. Der enge Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Preisträgerschulen ist auch für die Schulakademie sehr wertvoll: Schließlich ist die exzellente Praxis der Preisträgerschulen die Grundlage der Arbeit der Deutschen Schulakademie. 

Moderiert und geplant wurde die dreitägige Veranstaltung unter anderem von den Sprecherinnen des Preisträgernetzwerks Birgit Brehmer-Pöppel, Helke Felgenträger, Dr. Michaele Geweke und Maike Drewes. Sie eröffneten gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Anand Pant (Die Deutschen Schulakademie) und Andrea Preußker (Der Deutsche Schulpreis) die Preisträgerkonferenz 2019. Im Anschluss stellten sich die Gewinner des Deutschen Schulpreises aus dem Jahr 2018 vor und sprachen offen über Erfolge und Herausforderungen auf ihrem Weg zur Preisträgerschule. 

Wissenschaftlicher Input kam von Prof. Dr. Benjamin Jörissen von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er hielt einen Vortrag zum Thema: „Digitalisierung als kultureller Prozess – Entwicklungsaufgaben und Chancen der Schule“. Im Zentrum standen die Fragen „Digitalisierung als kultureller Prozess“ – was heißt das? Und was hat das mit Schule zu tun? Den Vortrag, inklusive Vorschläge zur Schulentwicklung in der (post-) digitalen Kultur, finden Sie hier. Der erste Tag endete mit einer intensiven Arbeitsphasen zu selbstgewählten Themen in einem Barcamp. Die Gruppen machten sich Gedanken über zukünftige Veranstaltungen der Schulakademie, diskutierten über den Umgang mit der „Fridays-For-Future-Bewegung“ oder lernten das Deutsche Schulportal besser kennen.

Axel Krommer, ebenfalls von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, eröffnete den zweiten Tag der Konferenz mit einem Vortrag zum Thema: „Schule und digitale Transformation: Historisches und Aktuelles“. Er kritisierte die Forschung zum Mehrwert digitaler Medien für den Unterricht mit den Worten: „Dass durch die Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung regelmäßig bestätigt wird, dass “neue” Medien nur einen geringen Lerneffekt haben, verwundert mich nicht. Würde man auf einer Sandbahn messen, welchen Effekt Schlittschuhe auf die Fortbewegungsgeschwindigkeit besitzen, käme man zu ähnlich ernüchternden Ergebnissen.“ In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Schulleitungen und Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter unter anderem seine These. Über das Tool Mentimeter konnten die Teilnehmenden in Echtzeit ihre Fragen und Kommentare an die Wand projektzieren. Moderiert wurde das Gespräch von Vincent Steinl (Forum Bildung Digitalisierung). 

In Arbeitsgruppen diskutierten die Preisträgerschulen die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels in Schule und Unterricht anhand der sechs Qualitätsbereiche des Deutschen Schulpreises. Auch die Workshops standen im Zeichen der digitalen Unterrichts- und Schulentwicklung. Nachmittags verdeutlichte ein Podiumsgespräch mit Schülern der Jenaplan-Schule Jena, dass Scheitern auch ein Impuls für neue Denkwege sein kann. 

Am Samstag gingen die Teilnehmenden in einen intensiven inhaltlichen Austausch mit dem Programmteam der Deutschen Schulakademie und informierten sich über die neue Regionalstruktur des Deutschen Schulpreises und der Deutschen Schulakademie. Außerdem wählten sie aus ihren Reihen Kandidatinnen und Kandidaten für das Programmteam. Das Programmteam ist der fachlich-inhaltliche Motor der Akademie. Die Mitglieder setzen neue Projekte auf, entwickeln bestehende weiter und sichern die pädagogische Qualität der Programme. Die neuen Mitglieder werden im Herbst bekannt gegeben. 

Impressionen von der Preisträgerkonferenz 2019