In Hamburg wird die Deutsche Schulakademie 2016 die Pädagogische Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: fördern, beteiligen, dialogisch reflektieren“ mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) durchführen.

Bildnachweis: Theodor Barth

„Ziel ist es, passgenaue Instrumente und Verfahren einer auf Schülerinnen und Schüler- sowie Elternbeteiligung setzenden Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung zu entwickeln und bei ihrer Einführung in der Schule zu begleiten“, sagt Projektleiterin Professorin Dr. Silvia-Iris Beutel vom Programmteam der Deutschen Schulakademie.

Die Erziehungswissenschaftlerin lehrt an der TU-Dortmund und forscht seit Jahren zu dem Thema. „Die Heterogenität in den Klassen nimmt zu. Durch den Anspruch der inklusiven Schule, jedem einzelnen Kind und jedem einzelnen Jugendlichen gerecht zu werden sowie die zunehmende Fokussierung auf Kinderrechte, rückt das Thema nun zunehmend ins Bewusstsein“, erklärt sie. Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung gehörten dabei eng zusammen, erklärt Silvia-Iris Beutel, denn die Lehrerinnen und Lehrer würden die Perspektive ihre Schülerinnen und Schüler besser kennen und verstehen lernen. „An vielen Schulen werden Logbücher nur halbherzig eingesetzt und verkommen teilweise zu Hausaufgabenheften“, kritisiert sie. „Die Lehrkräfte verpassen die Chance ihren Unterricht im Dialog mit ihren Schülerinnen und Schülern zu gestalten.“ Vorbilder sieht sie in vielen Grundschulen und bei den Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises.

Durch die Pädagogische Werkstatt, die aus vier Bausteinen besteht, sollen Kollegien von Hamburger Schulen lernen, eigene Instrumente zur Feedback-, Rückmelde- und Prüfungskultur zu entwickeln. Zum Programm gehört auch die systematische Auseinandersetzung mit Beurteilungsfehlern. Zwischen den Bausteinen liegen längere Arbeits- und Reflexionszeiträume, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die erarbeiteten Inhalte und Methoden an ihrer Schule einsetzen und ausprobieren können. Pro Schule sollen drei Vertreterinnen und Vertreter eines Jahrgangsstufenteams oder drei Lehrkräfte teilnehmen, davon mindestens ein Schulleitungsmitglied. Auch Schülerinnen und Schüler werden bei einem der Treffen mitarbeiten.

Insgesamt werden zwölf Schulen und die Schulen aus dem Hamburger Projekt „Alles Könner“ an der Pädagogischen Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung“ teilnehmen. „Das ist eine tolle Chance mit kompetenten Schulen vor Ort zu arbeiten“, sagt Projektleiterin Silvia-Iris Beutel. 

Interessierte Schulen können sich bis Ende April bewerben. Dabei müssen sie begründen, warum sie sich der Thematik annehmen wollen, welche eigenen Vorarbeiten bereits vorliegen und welche verbindlichen Ziele dazu im Kollegium vereinbart wurden. Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung wählt gemeinsam mit der Schulaufsicht und Silvia-Iris Beutel die Schulen aus. Birgit Xylander, Schulleiterin der Stadteilschule Winterhude und Regine Bondick, ehemalige Lehrerin der Max-Brauer-Schule, werden die Pädagogische Werkstatt durchführen gemeinsam mit Trainerinnen und Trainern des LI. 

Ansprechpartnerin für das LI in Hamburg: Dr. Mareile Krause 
Projektleiterin: Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel, TU Dortmund