Anlässlich des 30-jährigen Jahrestages der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention richtete die Deutsche Schulakademie am 03./04. Oktober den Blick auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen in deutschen Schulen.

Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V.), Kilian Schomacher (Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V.), Johannes Grasmüller (Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern)
Jette Nietzard (Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V.), Kilian Schomacher (Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V.), Johannes Grasmüller (Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern) (v.l.n.r.), Bildnachweis: Ann Mackinnon

Zwei Tage setzen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Bildungspolitik und Wissenschaft mit der Frage auseinander, wie Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule gestärkt werden können. Die Möglichkeit für diesen intensiven Austausch bot die Tagung der Deutschen Schulakademie, die in Kooperation mit dem Center for Human Rights Erlangen-Nürnberg (CHREN) und der Kompetenzstelle für Schulentwicklung und Evaluation (KSE) der Universität Erlangen-Nürnberg stattfand.

Die Teilnehmenden sind sich einig: Schule kann wesentlich dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zur Gestaltung einer humanen Gesellschaft zu befähigen, indem sie einerseits Wissen und Verständnis über Menschen- und Kinderrechte vermittelt und andererseits eine menschenrechtlich orientierte (Schul-)Kultur (er-)lebbar macht. Doch wie sieht diese Kultur an deutschen Schulen aus?

Prof. Dr. Jörg Maywald eröffnete die Veranstaltung mit einer Bestandsaufnahme aus wissenschaftlicher Perspektive. Als aktuelle Herausforderungen benannte der Sprecher der National Coalition die Frage nach ökologischen Kinderrechten und Kinderrechten in digitalen Räumen. Außerdem betonte er die Dringlichkeit eines Perspektivenwechsels, der mit der Orientierung an den Kinderrechten verbunden sei. Weg von der Frage, was ein Kind braucht bzw. wie man ihm helfen kann, hin zu: Welche Ansprüche hat ein Kind?

Diese Frage konnten die anwesenden Schülervertreter und -vertreterinnen klar beantworten. Sie präsentierten ihre Sicht der Kinderrechte und stellten Forderungen für deren Umsetzung an den Schulen vor. Kostenfreie Lernmittel, mehr Bildungsgerechtigkeit, bessere Zugänge zu Beschwerdemöglichkeiten und eine stärkere Berücksichtigung der Kinderrechte in der Lehreraus- und –fortbildung waren einige der von ihnen angesprochenen Punkte, die im Publikum viel Zustimmung fanden.

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden in elf Panels die Diskussionen zu kinderrechtsrelevanten Themen, wie „Demokratiebildung“, „Mitbestimmungsrechte“, „Bildungsgerechtigkeit“, „Digitalisierung“ und „Diskriminierungsfreie Schule“ vertiefen und ihre Erfahrungen austauschen. In darauf aufbauenden Open-Choice-Phasen gaben die Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises und viele weitere engagierte Schulen Einblicke in ihre schulische Praxis. Die intensive Arbeit in den Panels und Workshop wurde am Freitag fortgesetzt. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion im Theatersaal des Bildungshauses St. Paul, die für alle interessierten Bürger und Bürgerinnen geöffnet wurde.

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Das Regionale Lernforum wurde von dem Regionalbüro Nürnberg des Deutschen Schulpreises und der Deutschen Schulakademie veranstaltet. Alle weiteren Termine unserer regionalen Veranstaltungen finden Sie im Terminmodul.