Die Hessische Lehrkräfteakademie und die Deutsche Schulakademie haben heute in Wiesbaden die Pädagogische Werkstatt „Willkommen, Ankommen, Weiterkommen“ zur Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen gestartet.

Prof. Dr. Hans Anand Pant mit Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz
Prof. Dr. Hans Anand Pant (links) und Prof. Dr. Alexander Lorz, Bildnachweis: Anke Wagner

Die Hessische Lehrkräfteakademie und die Deutsche Schulakademie haben heute eine neue Fortbildungsreihe zur Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen gestartet. In der Pädagogischen Werkstatt „Willkommen, Ankommen, Weiterkommen – Mit neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern Schule gestalten“ werden in den kommenden zwei Jahren 16 hessische Schulen im Umgang mit geflüchteten Kindern noch intensiver und als Multiplikatoren geschult. „Die erfolgreiche Integration dieser Kinder und Jugendlichen mithilfe einer intensiven Förderung der Bildungssprache in den Schulalltag gelingt dann am besten, wenn wir auch die Fortbildung für unsere Lehrerinnen und Lehrer anpassen und auf die besondere Herausforderung reagieren. Dazu wird uns die gemeinsam mit der Deutschen Schulakademie auf den Weg gebrachte Fortbildungsreihe wertvolle Impulse liefern und ergänzt unsere bisherigen umfangreichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der Integration“, sagte Hessens Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz heute bei der Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe in Wiesbaden.

„Die Herausforderung, Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung zu integrieren, ist auch eine Chance, an der das deutsche Schulsystem wachsen kann“, sagte Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie. „Sie kann die notwendige Neuausrichtung hin zu einer heterogenitätsgerechten Bildungspolitik anstoßen und die Entwicklung langfristiger Konzepte für den Umgang mit sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt in Klassenzimmern voranbringen.“ Die Pädagogische Werkstatt „Willkommen, Ankommen, Weiterkommen“ fördert diesen Prozess in der schulischen Praxis, da sie die Teilnehmenden dabei unterstützt, eine wertschätzende, interkulturelle Schulgemeinschaft mit gleichen Bildungschancen für alle Kinder zu gestalten.

Die Teilnehmenden der Pädagogischen Werkstatt werden für den Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sensibilisiert und erhalten in Hospitationen Einblicke in erfolgreiche schulische Konzepte. Dabei stehen ihnen Zeit und Raum für Fragen, Gespräche und Diskussionen zur Verfügung, die Denkanstöße geben und Grundlagen für Veränderungsprozesse in den Schulen der Teilnehmenden schaffen.

Insgesamt werden 16 Schulen verschiedener Schulformen mit jeweils drei Vertreterinnen und Vertretern (Schulleitungen und zwei Lehrkräften oder Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter/in usw.) teilnehmen. Die Fortbildung ist als Pädagogische Werkstatt mit sechs dreitägigen Bausteinen konzipiert. Sie bietet den teilnehmenden Schulen eine begleitete Arbeit an ihren Schulkonzepten, ergänzt mit Inputs aus den Themenbereichen Sprachbildung, Unterrichtsorganisation, Interkulturalität, psychosoziale Begleitung, kulturelle Bildung, Netzwerkarbeit und Übergangsmanagement.

Der Wissenstransfer erfolgt u.a. durch Hospitationen an den Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises, durch einen intensiven Austausch mit Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung und durch die Begleitung von Expertinnen und Experten aus dem Kreis dieser Schulen.

Die Erfahrungen des Projektleitungsteams Raika Wiethe und Stefan Brömel stammen aus der Leitung und Umsetzung zahlreicher Lehrerfort- und Weiterbildungen auf dem Gebiet „Deutsch als Zweitsprache (DaZ) / Interkulturelle Bildung und Erziehung“ in Schleswig-Holstein, der langjährigen Arbeit an einem DaZ-Zentrum und an einer Schulpreisschule. Die Deutsche Schulakademie verfügt außerdem über Expertise in der Konzeption und der Entwicklung von Lehrmaterialien in Zusammenarbeit mit einem großen deutschen Schulbuchverlag, in der Neugestaltung der Qualifizierungsmöglichkeiten jugendlicher Geflüchteter im Beruflichen Schulwesen im Land Schleswig-Holstein sowie in der Erstellung eines entsprechenden Lehrplans. Nicht zuletzt ist die Deutsche Schulakademie breit vernetzt mit freien Trägern, Kulturinitiativen, Vertretern der Kammern und politischen Foren. Mit dieser Fortbildungsreihe wird einerseits das bereits bestehende landesweite umfangreiche Fortbildungs- und Weiterbildungsprogramm zum Unterricht von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache der Bildungsverwaltung ergänzt, andererseits die Expertise der Schulen vor Ort wertgeschätzt und deren praktische Erfahrungen in die Region weitergegeben.

Die Deutsche Schulakademie für Integration: 

Kennen Sie weitere Initiativen zum Thema Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung an Schulen? Dann nehmen wir sie gerne in unsere Interaktive Karte: Schule mit und für Flüchtlinge auf. Schreiben Sie uns unter kontakt@deutsche-schulakademie.de.