Gut besucht war der Vortrag von Prof. Dr. Hans Anand Pant auf dem Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf. Im Mittelpunkt seines Inputs stand ein Thema, das heute alle Schulen angeht: ein guter und gerechter Umgang mit Heterogenität.

Bildnachweis: Oliver Wolff

„Standards, Kompetenzen und was sonst? – Anforderungen an eine heterogenitätsgerechte Schule“. So lautete der Titel des Hauptvortrages, den Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie und Bildungsforscher an der Humboldt Universität zu Berlin, am 22. März auf dem Deutschen Schulleiterkongress 2019 hielt. Der starke Andrang der Zuhörerinnen und Zuhörer bestätigte die Aktualität seines Themas: nahezu alle Schulen in Deutschland stehen vor der Herausforderung einer immer heterogeneren Schülerschaft. Die Inklusion von Schülerinnen oder Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Regelunterricht, die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Flucht- oder Zuwanderungshintergrund und der Umgang mit Kindern aus Familien mit einem unterschiedlichen sozioökonomischen Status stellen hohe Anforderungen an den Unterricht und die schulische Praxis.

Herausforderung Heterogenität? Der Renovierungsbedarf in Schulen 

Prof. Dr. Pant zitierte Befunde aus nationalen wie internationale Schulleistungsstudien. Sie zeigten, dass es dem Bildungssystem in Deutschland bislang nur unzureichend gelingt, auf diese Herausforderungen angemessen zu reagieren. Der Abbau von Bildungsungleichheiten und die Etablierung einer systematischen individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern als Grundlage für eine heterogenitätsgerechte Schule sind in vielen Bundesländern daher ein wesentliches Ziel bildungspolitischer Maßnahmen.

Die heterogenitätsgerechte Schule: Auf den adaptiven Unterricht kommt es an – aber der braucht Schulentwicklung!

Für den Umgang mit heterogenen Lerngruppen ist es wesentlich, eine innere Differenzierung des Unterrichts vorzunehmen und ihn optimal auf die verschiedenen Lernvoraussetzungen und -bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler auszurichten, so Pant. Um einen solchen Unterricht gewährleisten zu können, benötigen Lehrkräfte vielfältige Kompetenzen, wie etwa diagnostische Kompetenzen, fachliches, fachdidaktisches und pädagogisches Repertoire. Um die Last und Verantwortung für heterogenitätsgerechte Lernangebote nicht (nur) der einzelnen Lehrperson aufzubürden, ist eine ebenfalls heterogenitätsgerechte Schulentwicklung notwendig, sagte der Bildungsforscher.

Wie weiter auf dem Weg zur heterogenitätsgerechten Schule?

Um dem Ziel einer heterogenitätsgerechten Schule näher zu kommen, forderte Prof. Dr. Pant eine strategische Verankerung dieses Ziels in der Bildungspolitik und die Bereitstellung entsprechender Ressourcen. Darüber hinaus muss auch die Lehrkräfteaus- und -fortbildung verstärkt Aspekte heterogenitätsgerechter Schule und individualisierten Unterrichts aufgreifen.

Der Deutsche Schulleiterkongress (DSLK) ist eine jährlich stattfindende Tagung für schulische Führungskräfte und wichtige Plattform für den Austausch von Ideen für die Schulentwicklung. Mehr als 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vom 21. bis 23. März zu der hochkarätig besetzten Veranstaltung nach Düsseldorf. 

Mehr dazu auf dem Deutschen Schulportal: www.deutsches-schulportal.de