Beim Forum „Global Citizenship Education“ diskutierte die Deutsche Schulakademie mit ihren Gästen, wie Bildung für Weltbürger/innen gestaltet und als Praxis in Schulen umgesetzt werden kann. Wichtiges Ziel war dabei die Vernetzung der Teilnehmenden.

Gruppenbild Global Citizenship Education
Bildnachweis: David Weyand

Das diesjährige Herbstforum der Deutschen Schulakademie hatte mit dem Thema „Global Citizenship Education“ einen internationalen Fokus: Für „Schulen mit WELTblick“ veranstaltete die Akademie am 6./7. November 2017 unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission eine Konferenz, bei der Bildung in der globalen Welt im Mittelpunkt stand. „Global Citizenship Education ist ein Zusammendenken bekannter Konzepte wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, interkulturelles Lernen, globales Lernen oder Friedenspädagogik. Zugleich ist Global Citizenship Education ein Paradigmenwechsel: die Perspektive ist nicht länger der Nationalstaat, sondern die vielfach vernetzte Welt“, sagte Andrea Rahm aus dem Programmteam der Deutschen Schulakademie, die das Forum mit verantwortete. „Global Citizenship Education ist Bildung für eine weltbürgerliche Haltung“, ergänzte Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNECSO-Kommission in seinem Grußwort.

Rund 170 Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen aus ganz Deutschland beschäftigten sich in verschiedenen Formaten intensiv mit den komplexen Aspekten des Themas. In Vorträgen, Workshops und Thementischen erarbeiteten sie Umsetzungsmöglichkeiten für die Schulpraxis und reflektierten Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ansätzen. Praktischen Input gaben Vertreterinnen und Vertreter der Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises sowie weiterer engagierter Schulnetzwerke wie den Club of Rome-Schulen, den UNESCO-Schulen und den United World Colleges (UWC). In spannenden Exkursionen erlebten die Teilnehmenden einen Perspektivenwechsel.

Dr. Maja Göpel bei Forum der Deutschen Schulakademie

Bildnachweis: David Weyand

Zum Auftakt der Veranstaltung lenkte Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), den Blick auf die großen Zusammenhänge und betonte die entscheidende Rolle der Bildung bei der Aufgabe, eine Herausforderung wie die Globalisierung zu gestalten. „Transformation bedeutet, dass wir aus unseren bekannten Mustern ausbrechen und überdenken müssen, wie wir einkaufen oder uns fortbewegen. Wandel fängt im Kleinen an und jede Schule kann damit beginnen.“ 

Jamila Raqip bei Forum der Deutschen Schulakademie

Bildnachweis: David Weyand

Den Schlusspunkt setzte Jamila Raqip, Executive Director der Albert Einstein Institution in Boston. Sie plädierte in ihrem Vortrag dafür, die Geschichte der gewaltfreien Konfliktlösung stärker in das Curriculum der Schulen zu integrieren. „Noch stehen Gewalt und Krieg im Mittelpunkt der Erzählungen zur Konfliktlösung. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder mehr über die Möglichkeiten und Methoden erfahren, wie sich Konflikte gewaltfrei und wirksam lösen lassen.“ Im Mittelpunkt der Arbeit von Jamila Raqip an der Albert Einstein Institution stehen Strategien zum gewaltfreien Widerstand. Jamila Raqip war für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert. 

Ein zentraler Baustein des Forums waren Vernetzungsaktivitäten, bei denen Schulen ihre Projekte und Ideen vorstellten und interessierte Teilnehmende aus anderen Schulen zur Mitarbeit einluden. „Diese Vernetzung der Akteure war für die Deutsche Schulakademie ein wichtiges Ziel und sie ist uns gelungen“, sagte Prof. Dr. Hans Anand Pant, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie. Die Deutsche Schulakademie wird diese Projekte weiterverfolgen und unterstützen. Prof. Dr. Pant kündigte außerdem regionale Lernforen mit individuellen Abläufen zum Thema für das kommende Jahr an. 

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