Digitales Lernen war drei Tage lang Thema auf der re:learn-Bühne der Digital-Konferenz re:publica 2019. Maike Schubert und Prof. Dr. Hans Anand Pant von der Deutschen Schulakademie diskutierten mit.

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Weltklasse-Lernen für das 21. Jahrhundert: 5 Milliarden Euro stehen für die Digitalisierung von Schule durch den DigitalPakt bereit. Wie kann es gelingen, dass wir mit Geld und Digitalisierung nicht nur mehr vom Alten machen, sondern wirklich neue Wege für das Lernen beschreiten? Das war das Thema der re:learn-Bühne der Digitalkonferenz Re:publica 2019. Auch die Deutsche Schulakademie war mit ihrer Expertise vertreten: Maike Schubert, Themenleitung für Digitales Lernen und Hans Anand Pant, Geschäftsführer, nahmen mit Vorträgen, Diskussion und Workshop an der re:learn teil.  

Worauf Schulen auf dem Weg in die digitale Welt achten sollten, berichtete Maike Schubert. Als Schulleiterin begleitete sie bereits zwei Schulen im Digitalisierungsprozess. In ihrem Workshop und anschließendem Vortrag teilte sie ihre Erfahrungen mit einem interessierten Fachpublikum. Durch den Vergleich ihres Vorgehens bei der Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster und der Stadtteilschule Winterhude in Hamburg zeigte sie verschiedene Wege auf und zog ein erstes Fazit: „Nicht jeder Mensch hat die Chance, einen so wichtigen und aufwendigen Prozess gleich zwei Mal zu machen und aus den Erfahrungen zu lernen. Ich denke, dass der Weg, den wir in Hamburg gehen, der komplettere und zielführendere Weg ist.“

Dem „Hamburger Weg“ liegt eine Methode aus der Wirtschaft zu Grunde. Der „Golden Circle“ hilft Maike Schubert und ihrem Kollegium den Prozess ganzheitlich zu durchdenken und zu strukturieren. Gerade bezogen auf den DigitalPakt warnt sie vor Schnellschüssen: Es gehe nicht allein darum jeden Schüler und jede Schülerin mit einem iPad auszustatten. Vielmehr müssen Schulentwicklung, Unterrichtsformen sowie die Art des Lernens und Lehrens neu gedacht werden. Allerdings ist das alles andere als ein Selbstläufer, Schulen brauchen Unterstützung. Maike Schubert engagiert sich aus diesem Grund über die re:publica hinaus als Mitglied des Programmteams für das Thema „Lernen in der digitalen Welt“. Den kompletten Vortrag von Maike Schubert finden Sie hier.

Hans Anand Pant thematisierte in seinem Vortrag die Frage, welche Schule die Gesellschaft im digitalen Zeitalter braucht. Denn die Digitalisierung prägt die Lebens- und Lernwelten von Schülerinnen und Schülern immer stärker. Sie beeinflusst Denkweisen und Handlungslogiken, wälzt die gesellschaftliche und individuelle Kommunikation um, verwandelt die vertraute Arbeitswelt und verändert die Informations- und Wissensumgebung. Schulen müssen sich den Herausforderungen stellen. Sie müssen die Kompetenzen anbahnen, die junge Menschen dazu befähigt, in der komplexen digitalen Welt partizipieren und sie aktiv mitgestalten zu können.

Hans Anand Pant skizzierte, wie Schulen diesen Ansprüchen begegnen können: Welche Möglichkeiten und Entwicklungslinien bieten sich an, den digitalen Wandel an den Schulen aktiv gestalten? Als Beispiel dafür, wie eine gute Schule im digitalen Zeitalter aussehen kann, zeigte Hans Anand Pant den Konzeptfilm über die Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster auf dem Deutschen Schulportal

Im anschließenden Gespräch diskutierte Hans Anand Pant mit dem Moderator und Bildungsexperten Jöran Muuß-Meerholz die spannende Frage, wie der Transfer guter Praxis-Beispiele in die breite Schullandschaft gelingen kann.