Gemeinsam mit der städtischen Stabstelle Freiburger Bildungsmanagement bieten wir ab Februar 2020 die Pädagogische Werkstatt „Lernen – individuell und gemeinsam“ an. Sie ist offen für zwölf Schulen aller Schularten.

Kooperation mit der Stadt Freiburg
Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik und Geschäftsführer Dr. Roman Rösch bei der Vertragsunterzeichnung am 18.11.2019 in Freiburg. Bildnachweis: Oliver Greiner

Die Stadtverwaltung Freiburg und die Deutsche Schulakademie haben am 18. November den Vertrag für die zweijährige Kooperation offiziell unterzeichnet. In Freiburg können sich dank der Kooperation nun zwölf Schulen aller Schularten um eine Teilnahme an der Pädagogischen Werkstatt bewerben. Das Interesse ist bereits groß, sowohl im Primar- als auch im Sekundarbereich. Pro Schule können je drei bis fünf Lehrkräfte an der Fortbildung teilnehmen. Die Entscheidung für das Projekt trifft das ganze Kollegium. Denn die teilnehmenden Lehrkräfte erhalten nicht nur theoretischen Input, sie setzen das Gelernte auch in der eigenen Schule um – und zwar mit Blick auf die Situation vor Ort. Indem sie ihre Ideen und Erkenntnisse an die Kolleginnen und Kollegen weitergeben, können sie einen Entwicklungsprozess an der eigenen Schule anstoßen.

Pädagogisches Ziel der Werkstatt ist es, Lehrerinnen und Lehrer dabei zu unterstützen, mit der zunehmenden Diversität der Kinder und Jugendlichen im Unterricht besser zurechtzukommen: Jeder Schüler und jede Schülerin soll im Unterricht mitkommen und mit Freude lernen können. Dafür brauchen die Lehrkräfte eine Haltung, die die Unterschiedlichkeit der Kinder als produktive Herausforderung sieht. In der Werkstattarbeit werden darauf aufbauend Unterrichtseinheiten entwickelt, die diese Vielfalt gezielt nutzen: Die Aufgaben sollen so gestellt sein, dass alle Schülerinnen und Schüler zu guten und individuellen Lösungen gelangen können.

Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik ist von dem Konzept überzeugt: „Die Freiburger Schulen erhalten fachliche Unterstützung auf hohem Niveau, um die Herausforderung zu meistern, die die Heterogenität ihrer Schülerinnen und Schüler mit sich bringt.“ Dr. Roman Rösch, Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie, betont den Effekt für die tägliche Schulpraxis: „In der Pädagogischen Werkstatt Lernen entwickeln die Teilnehmenden konkrete, neue Aufgabenformate und Unterrichtseinheiten. Dies initiiert und befördert einen gemeinsamen Unterrichts- und Schulentwicklungsprozess.“

Die Pädagogische Werkstatt „Lernen – individuell und gemeinsam“ wurde bundesweit schon über 40 Mal erfolgreich mit verschiedenen Partnern durchgeführt. In Freiburg wird die Werkstatt von den Trainerinnen Christina Beilharz, Marion Messerschmidt und Stéphanie Schick umgesetzt. Alle drei stammen aus der Region und haben die Werkstatt schon mehrfach betreut. Außerdem sind sie auch selbst im Schulbetrieb tätig und verfügen damit über schulische Berufspraxis. Die Trainingsblöcke finden zwischen März 2020 und Oktober 2021 insgesamt fünf Mal freitags und samstags statt. Dazwischen gilt es, das Gelernte in der Praxis zu erproben. Dazu erhalten die beteiligten Schulen auch vor Ort Unterstützung durch fachlich geschulte Prozessbegleiterinnen und –begleiter.

Das Freiburger Bildungsmanagement, bei dem das Projekt angesiedelt ist, ist eine Stabsstelle im städtischen Amt für Schule und Bildung. Es unterstützt die Freiburger Schulen seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Ebenen: Unter anderem stellt es den Schulen die Onlineplattform „Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schulen“ (IQES online) bereit oder ermöglicht „Boxenstopps“, bei denen Teams verschiedener Schulen mehrmals im Jahr an ihren Schulentwicklungsthemen arbeiten. Außerdem bietet das Bildungsmanagement qualitätsvolle Fortbildungen wie „Führung und neue Lernkultur“ für Schulleitungen oder „Freiburger neue Lernkultur“ für Lehrkräfte an. An genau diese Weiterbildungen knüpft nun das neue Angebot der Pädagogischen Werkstatt an: Es schließt an die bestehenden Kurse für Lehrkräfte an und ist inhaltlich eng verzahnt mit denen für Schulleitungen.