Die Deutsche Schulakademie wurde auf der diesjährigen ICSEI von Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel, Claudia Dikmans und Maren Krempin vertreten. Im Mittelpunkt ihres Beitrags vor internationalem Publikum stand die Verbreitung guter Schulpraxis.

Bildnachweis: Die Deutsche Schulakademie

Dabei standen die Entwicklung professioneller Standards, die Unterstützung der Rolle von guter Praxis in Blick auf bildungspolitische Positionierungen und die Unterstützung wie Nachhaltigkeit von Netzwerken im Zentrum des Vortrages. Sie präsentierten außerdem eine „Binnensichten“ guter Praxis an deutschen Schulen: Ein Zusammenwirken von Pädagogik und Architektur, die Gestaltung differenzierter Lernumgebungen, Investitionen in peer-learning, forschendes und engagementbezogenes Lernen entlang von Forschungsfragen aus Schülerhand waren pädagogisch-praktische Leitmotive. Ebenso wurde die Förderung kreativer und vielfältiger Kompetenzen angesprochen, die Leistung nicht nur als individuelle Lernanstrengung, sondern ebenso als kooperative Kulturform erkennen ließen. Alle diese Aspekte wurden insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts hinsichtlich der Sicherung von Kinderrechten, Inklusion, Umgang mit Flucht und Lebensgestaltung in Ungewissheitsverhältnissen, Digitalisierung und Demokratiebildung beleuchtet. 

Auch auf das Forschungsprogramm des Deutschen Schulpreises und die dabei entstehenden Designs gingen die Vertreterinnen der Deutschen Schulakademie ein. Es zeigte sich in der nachfolgenden Diskussion, dass die Teilnehmenden besonderes Interesse an der Vielfalt der Programmangebote des Entwicklungskontextes hatten, der sich im Umfeld und Zusammenwirken von Deutschem Schulpreis und Deutscher Schulakademie ergibt: Vom Dialog bis zu den Werkstätten, den Netzwerken und den Plattformen wurde die besondere Qualität hervorgehoben, die durch die diskursive Resonanz mit eigenen professionsstärkenden Forschungs- und Fortbildungsangeboten erzeugt wird. 

Zugleich wurden auch Impulse und Anregungen Dritter aufgenommen: Am Beispiel „Pursuing Collaborative Professionalism“ aus Queensland wurde insbesondere auf die Bedeutung zugesicherter Autonomie im Netzwerk, Verantwortlichkeit und Initiative, aber auch der Beständigkeit an Vision und Effizienz ausgerichteter partnerbezogener Arbeit und Strategie erinnert. Auch ist längst nicht gängige Praxis, Beteiligte aller Phasen der Lehrerbildung zu assoziieren, um kreative think tanks zu bilden. 

Der diesjährige International Kongress für School Effectiveness and Improvement (ICSEI) fand vom 8.-11. Januar in Stavanger/Norwegen statt. Seit über 30 Jahren bietet diese internationale Zusammenkunft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Lehrkräften sowie schulischen Akteuren, aber auch Expertinnen und Experten aus der Lehrerbildung, aus Fortbildungsinstituten und der Bildungspolitik Gelegenheit, sich auszutauschen. Mit einer weltweit orientierten Perspektive kann über praxiserweiternde pädagogische Konzepte und Modelle sowie aktuelle bildungswissenschaftliche Studien diskutiert werden, die in Blick auf Schulqualität, professionelle Lerngemeinschaften, Mentoring-Programme und Leitungshandeln eine beispielgebende und in die Zukunft weisende Rolle spielen und Bildungsregionen prägen.

In diesem Jahr stand die Tagung unter dem Thema: „Bringing together – creating innovative educational policies and practices for diversity, equity and sustainability“.  Die rund 800 Expertinnen und Experten aus über 80 Ländern hatten Gelegenheit, sich bei Vorträgen, Symposien, Workshops und Roundtable-Gesprächen, aber ebenso in Sessions wie „Posters“, „Innovate“ oder „Papers“ mit den sechs Subthemen des Kongresses auseinanderzusetzen: 

  1. Rethinking roles and relationships within systems, 
  2. Leadership for and in the future, 
  3. Exploring the field of educational effectiveness – innovation processes, research methods and techniques, 
  4. Education that creates a culture of creativity, innovation and entrepreneurship, 
  5. Early Childhood education for the future: creativity and innovation
  6. Sharing knowledge to improve data-informed decision making practices in education. 


Die nächste ICSEI-Tagung wird 2020 in Marokko unter dem Motto stehen: „Education, youth empowerment and sustainable development: Collaboration between the Global South and North to improve education quality“. Auch hierzu wird die Expertise der Deutschen Schulakademie nachgefragt sein.