Die Deutsche Schulakademie präsentierte sich auf dem Schulkongress ICSEI in Singapur einer internationalen Fachöffentlichkeit. Im Fokus stand die Frage, wie durch empirische Rückversicherung Schulentwicklung unterstützt werden kann.

v.l.n.r: Prof. Dr. David Hung, Dr. Wilfried Kretschmer, Prof. Dr Silvia-Iris Beutel, Prof. Dr. Lorna Earl, Prof. Dr Michael Schratz , Fotonachweis: Die Deutsche Schulakademie

Unter dem Motto “Deepening School Change for Scaling: Principles, Pathways & Partnerships” diskutierten vom 08. bis 12. Januar 2018 in Singapur mehr als 500 Teilnehmende aus aller Welt. Mit dabei waren auch in diesem Jahr die Deutsche Schulakademie und der Deutsche Schulpreis. Zusammen mit Professor Michael Schratz, der den Deutschen Schulpreis präsentierte, war die Akademie durch die Mitglieder des Programmteams Professorin Silvia-Iris Beutel und Dr. Wilfried Kretschmer vertreten. Im gut besuchten Symposium „Learning from excellence“ stellten die Referenten wesentliche Grundlagen und Aspekte des Deutschen Schulpreises und der Deutschen Schulakademie vor. Die akzentuierende Einführung in die Vorträge erfolgte durch Professor David Hung vom National Institut of Education, Singapur; die kommentierende Zusammenfassung übernahm Lorna Earl, Professorin in Toronto.

In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich als ein zentraler Punkt der Bewertung der Arbeit der Deutschen Schulakademie durch die Teilnehmer der Aspekt der Verbindung von Wissenschaft, Praxis und Verwaltung bzw. Politik heraus. Diese international weitgehend unverbundenen Handlungsfelder und Kontexte seien, so die Einschätzung aus dem Publikum, durch die besondere Arbeit und Ausrichtung der Deutschen Schulakademie zu einer synergetisch wirksamen Kraft der pädagogischen wie organisatorischen Veränderung in den ersten Schritten bereits sichtbar positiv zusammengebunden: „This is policy at the highest level““, so Earl. Silvia-Iris Beutel verweis darüber hinaus auf das gerade ausgeschriebene Forschungsprogramm der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Schulakademie: „Wie geht gute Schule? Forschen für die Praxis“. Es lasse tiefergehende empirische Erkenntnisse über die Anlage und Wirkung von Lehr-Lerndesigns und professionell lernenden Teams als Impulszelle an exzellenten Schulen erwarten, die bisher von der empirischen Bildungsforschung kaum behandelt wurden und deren Erträge dann in direkter Weise wiederum der Praxis selbst zu Gute kommen. 

Als ein bedeutsamer Teilaspekt der Arbeit der Deutschen Schulakademie stellte Wilfried Kretschmer die Werkstattreihe „Schule leiten“ vor. Diese wurde von der Akademie gemeinsam mit dem Saarland für die Weiterqualifizierung von Schulleiterinnen und Schulleiter entwickelt. Dabei stand das Interesse im Mittelpunkt, die Schulleiterinnen und Schulleiter des Saarlandes noch stärker aus der Rolle von guten Verwaltern in die Rolle von guten und eigenverantwortlichen pädagogischen Gestaltern zu bringen. Fünf Bausteine und zwei Netzwerktreffen, bei denen Visionen, Ziele und Maßnahmen von pädagogischen Reformideen für jede teilnehmende Schule im gegenseitigen Austausch beraten und mit den Erfahrungen von Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises abgeglichen werden, finden seit 2015 im Saarland statt. 

In der anschließenden Erörterung wurde von den Teilnehmern des Symposiums das Besondere der Werkstattreihe als eine konstitutive Verbindung von konkreter Schulreform einerseits und damit verbundener Qualifizierung der Schulleiterinnen und Schulleiter andererseits herausgestellt. Hier werde, so Lorna Earl in ihrem abschließenden Kommentar, eine offensichtlich „nachhaltige Form von Schulleiterfortbildung“ erprobt und realisiert, die Zukunftspotenzial hat.