Digitalisierung kann ein starker Motor für die Schulentwicklung sein. Das betonten Hans Anand Pant und Maike Schubert auf der diesjährigen Konferenz des Forums Bildung Digitalisierung.

Hans Anand Pant auf Konferenz des Forums Bildung Digitalisierung
„Schulentwicklung“ hieß der Programmpunkt der Konferenz des Forums Bildung Digitalisierung, den Hans Anand Pant gemeinsam mit Anne Sliwka, Bildungsforscherin an der Uni Heidelberg und Silke Müller von der Waldschule Hatten gestaltete. Bildnachweis: Florian Freund / Forum Bildung Digitalisierung (CC BY 4.0)

Bildungsinnovationen für gute Schule in der digitalen Welt standen im Mittelpunkt der Konferenz Forum Bildung Digitalisierung 2019.  Unter der Überschrift „Next Practice – Bildungsinnovationen für den digitalen Wandel“ diskutieren am 12. und 13. September rund 700 Expertinnen und Experten gemeinsam über aktuelle Fragestellungen und zukunftsorientierte Ansätze. Von der Deutschen Schulakademie nahmen Prof. Dr. Hans Anand Pant und Maike Schubert als Referentin bzw. Referent teil.

Digitalisierung ist weit mehr als der Einsatz digitaler Medien: sie bedeutet einen grundlegenden Kulturwandel, betonte Maike Schubert. „Schulleitungen haben eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung dieses Prozesses“ sagten sie in ihrer Innovationswerkstatt „Schule in die digitale Welt leiten“. Die Schulleiterin der Hamburger Stadtteilschule Winterhude diskutierte mit den Gästen die Frage, wie digitale Medien selbst Schulentwicklungsprozessen einen Schub verleihen können. Vincent Steinl, Bereichsleiter Kooperationsmanagement der Deutschen Schulakademie, moderierte die Werkstatt. In einem weiteren Workshop - „Den digitalen Wandel gestalten“ – stellte Maike Schubert zwei schulische Beispiele unterschiedlicher Entwicklungswege vor und diskutierte die jeweiligen Erfahrungen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Maike Schubert und Jacob Chammon, Deutsch-Skandinavische Gemeinschaftsschule Berlin

Maike Schubert und Jacob Chammon, Deutsch-Skandinavische Gemeinschaftsschule Berlin, Bildnachweis: Florian Freund / Forum Bildung Digitalisierung (CC BY 4.0)

Die Digitalisierung wälzt alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens um. Was bedeutet das für Schule und Lernen? „Schule muss junge Menschen befähigen, in der zunehmend komplexen digitalen Welt partizipieren und diese aktiv mitgestalten zu können“, sagte Hans Anand Pant in seinem Vortrag. Schülerinnen und Schüler müssen veränderte Kompetenzen in der digitalen Welt erwerben und  im Sinne einer Medienbildung zu einem produktiven, kreativen, selbstbestimmten und kritischen Umgang mit den digitalen Medien befähigt werden.

Eine Herausforderung in einer digitalisierten Welt sieht Hans Anand Pant darin, dass Lernziele immer weniger in einem Erwartungshorizont festgeschrieben werden können, sondern dynamischer werden. Schule fokussierte bislang im Wesentlichen nur auf den Erwerb traditionellen Wissens. In einer digital geprägten Gesellschaft muss Schule jedoch auch computer- oder informationsbezogene Kompetenzen sowie sozial-emotionale, kulturelle und demokratische Kompetenzen vermitteln.

Auch der Lernort Schule wird sich verändern, sagte der Bildungsforscher und Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie. Digitalisierung bietet grundsätzlich die Möglichkeiten, den Unterricht offener und individualisierter zu gestalten als bisher, beispielsweise durch adaptive Lernprogramme. Das Lernen in der Schule wird selbstgesteuerter, kooperativer und flexibler. Durch den Einsatz digitaler Medien kann das Lernen individuellen Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler angepasst werden.

Mit der Digitalisierung wird sich auch die Rolle der Lehrkräfte ändern: zwar wird die Lehrer-Schüler-Beziehung auf in Zukunft zu den wirkungsmächtigsten Einflüssen auf die Lernleistung von Schülern gehören. „Der Einsatz von digitaler Lernsoftware kann und wird Lehrkräfte nicht ersetzen oder überflüssig machen – Schule ist nach wie vor ein sozialer Ort“, meinte Hans Anand Pant. „Allerdings wird sich die Tätigkeit von Lehrkräften durch digitale Medien und veränderte Kommunikationsstrukturen wandeln: Sie werden weniger Vermittlerinnen und Vermittler von Wissen sein und zunehmend mit der Beziehungsgestaltung und Potentialentfaltung der Schülerinnen und Schüler beschäftigt.“