Am 17. März 2016 fand in Saarbrücken die Auftaktveranstaltung zur Werkstatt „Schule leiten“ statt. Das Interesse ist groß, die Nachfrage nach Plätzen größer als das Angebot. An der ersten Werkstatt, die bis 2018 dauern wird, nehmen 15 Schulen teil.

Vertragsunterzeichnung Werkstatt „Schule leiten“ (von links nach rechts): Stefan Dörr (Gemeinschaftsschule), Julia Behr (Grundschule), Cornelia von Ilsemann, Roman Rösch, Rebecca Spurk (Gymnasium), Margarete Schorr, Ulrich Commerçon, Kathrin Andres, Wilfried Kretschmer

In dem modernen, hellen Bau der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken drängen sich rund 130 Menschen – viel zu viele für die rund 70 bereit gestellten Stühle. Am 17. März fand in der Sportschule im Saarbrücker Stadtwald die Auftaktveranstaltung zur Werkstatt „Schule leiten“ der Deutschen Schulakademie in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung und Kultur statt.

Eingeladen waren alle allgemeinbildenden Schulen im Saarland.– Die Veranstalter wurden von der hohen Teilnehmerzahl regelrecht überrannt. „Wir freuen uns über das große Interesse an der geplanten Fortbildung“, sagt Projektleiterin Cornelia von Ilsemann von der Deutschen Schulakademie. 110 Personen kamen aus dem Umfeld von Schule, die übrigen 20 waren Vertreterinnen und Vertreter vom Ministerium oder dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM), darunter auch der Leiter des LPM, Dr. Burkhard Jellonek. Als Verteter des Saarländischen Schulpreises war Bernhard Strube gekommen. In Kooperation mit dem LPM, dem Saarländischen Schulpreis und der Deutschen Schulakademie findet im Saarland außerdem derzeit bereits die dritte Pädagogische Werkstatt „Individualisierung“ statt.

Cornelia von Ilsemann und Dr. Wilfried Kretschmer, die Projektleiter von der Deutschen Schulakademie, stellten das Konzept der Werkstatt „Schule leiten“ vor: Sie dauert rund zwei Jahre und umfasst fünf Bausteine. Zwischen den einzelnen Bausteinen arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Schulen an selbst gewählten Entwicklungsaufgaben und erproben die erarbeiteten Inhalte und Methoden. Ziel der Werkstatt ist es, Schulleitungen zu ermutigen und zu befähigen, eine pädagogische Handlungskultur in ihrer Schule zu entwickeln bzw. zu stärken, die den Qualitätskriterien des Deutschen Schulpreises entspricht und das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Ein weiteres Element der Fortbildung ist die Hospitation bei der Schulleitung einer Preisträgerschule. „Das Besondere der Werkstatt ,Schule leiten´ ist aber nicht nur, dass die Schulleitungen ihr Wissen sofort an ihrer Schule in die Praxis umsetzen können“, erklärte Dr. Wilfried Kretschmer, Direktor der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim, die 2007 den Deutschen Schulpreis erhielt. „Sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich untereinander vernetzen und so nachhaltig die Schulentwicklung im Saarland stärken.“

Dr. Katrin Andres vom Kultusministerium und Margarete Schorr vom Landesinstitut erläuterten die Teilnahmebedingungen: Interessierte Schulleitungen sollten bereits Erfahrungen mit Schulentwicklungsprozessen haben oder an einer Pädagogischen Werkstatt der Deutschen Schulakademie teilgenommen haben. Die anschließende Diskussion kreiste vor allem um die Frage: Wie können wir an diesem Qualifizierungsangebot teilnehmen? Dies ist verständlich, stehen doch zunächst nur 30 Plätze für 15 Schulen zur Verfügung. Allerdings soll die Werkstatt in den beiden kommenden Jahrgängen wiederholt werden. Interessenten können deshalb auf die zweite oder dritte Staffel hoffen. Eine Vertreterin der berufsbildenden Schulen hätte sich gewünscht, dass auch ihre Schulform mitmachen könnte. Die Vertreterinnen der Grundschulen mahnten wiederholt eine adäquate Beteiligungsquote für ihre Schulform an.

Interessierte Schulen können sich bis zum 9. Mai 2016 bewerben und erhalten dann bis Mitte Juni Auskunft, ob eine Teilnahme an der ersten Werkstatt 2016-18 möglich ist. Die Fortbildung startet dann nach den Sommerferien.