Hinter den dicken Mauern der Burg Warberg aus dem 13. Jahrhundert fand in Niedersachsen das dritte Treffen des Transfer-Zirkels „Anders sein ist normal“ (ASIN) statt. Im Mittelpunkt des zweitägigen Workshops stand das Thema Leistung

Bildnachweis: Andreas Meisner

Auf Wunsch der 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden die Themen Leistung – Feedback – Resilienz diskutiert. Denn zu Leistung gehört auch der Misserfolg und gerade beim Thema Inklusion darf die Frage: Wie gehen Menschen mit Scheitern um? kein Tabu sein. Dazu brachte jeder aus der eigenen Schule Beispiele dafür mit, wie motivierendes Feedback aussehen kann und wie Menschen stark gemacht werden können: Geschichten, Dokumente, Fotos und Videos.

„Anders als in den klassischen Inklusions-Fortbildungen geht es beim ASIN-Zirkel vor allem um Haltungen und Ziele“, erklärt Andreas Meisner, der den Zirkel leitet. Er ist Schulleiter der IGS Franzsches Feld in Braunschweig, die 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde und Sprecher des Netzwerks der Preisträgerschulen. „Wir bieten keine einfachen Lösungen – die muss jede Schule vor Ort erarbeiten, sie lassen sich nicht einfach übertragen“, sagt der Gesamtschulleiter. Denn was an Schule A funktioniert, muss das noch lange nicht an Schule B.

Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten alle an Schulen, die mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden: Erich Kästner Schule Hamburg, Wartburg-Grundschule Münster, Anne-Frank-Realschule München, Werkstattschule Bremerhaven und Waldhofschule Templin. Trotz der hohen Auszeichnung ist ihnen allen bewusst: Wir müssen uns immer wieder in Frage stellen, dürfen bei der Entwicklung unserer Schulen nicht beim Erreichten stehen bleiben. Dazu nutzen sie gezielt den Austausch, die Reflektion und die Impulse des Zirkels. Gerade der Blick von außen hilft dabei, sich und seine Haltung zu hinterfragen. „Unser Ziel ist es, eine Haltungsänderung und eine Professionalisierung der persönlichen Arbeit bei den Lehrerinnen und Lehrern zu erreichen“, sagt Andreas Meisner.

So forderte Dr. Sibylle Gerloff in ihrem Vortrag, dass Schule und Gesellschaft mit Leistung anders umgehen müssten. Um bei Kindern und Jugendlichen die Überzeugung in ihre eigene Selbstwirksamkeit zu fördern, bräuchten sie entsprechend ihrer Fähigkeiten Anerkennung für ihre Leistungen. Wenn die Ziele erreichbar seien, entstehe die Motivation das Beste zu geben, erklärte die Neurobiologin und Verhaltenstrainerin. Nur so könnten sie lernen auch Herausforderungen und Krisen zu meistern.